Dortmund: Banner für verbotene Neonazi-Kameradschaft bei BVB-Spiel gezeigt

Aufregung in der Dortmunder Fanszene: Beim Bundesliga-Spiel gegen Bremen wurde auf der Südtribüne ein Plakat entrollt, das Solidarität mit dem "Nationalen Widerstand Dortmund" fordert - einer erst kürzlich verbotenen Neonazi-Kameradschaft. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln.

BVB-Fanabteilung: Stellungnahme zum Plakat "Solidarität mit dem NWDO" Zur Großansicht

BVB-Fanabteilung: Stellungnahme zum Plakat "Solidarität mit dem NWDO"

Dortmund - Es war der Auftakt zur 50. Saison der Fußball-Bundesliga: Während der Partie zwischen dem Deutschen Meister Borussia Dortmund und Werder Bremen ist im Dortmunder Fanblock ein rechtradikales Banner gezeigt worden. "Solidarität mit dem NWDO" war laut dem Internetportal DerWesten darauf zu lesen. NWDO steht für "Nationaler Widerstand Dortmund", eine erst in der vergangenen Woche verbotene Neonazi-Gruppierung mit Kontakten zur NPD.

"Wir haben hervorragendes Videomaterial ", sagte Sebastian Walleit, Fanbeauftragter beim BVB, dem Portal der "WAZ"-Mediengruppe. Zwei der Männer, die das Plakat hochgehalten hätten, sind seinen Angaben zufolge bereits identifiziert worden. Bei einem handelt es sich offenbar um einen 27 Jahre alten Dortmunder, der dem Staatsschutz als Rechtsextremist bekannt ist, teilte die Polizei mit. Er sei in der Vergangenheit bereits mehrfach im Zusammenhang mit Fußballspielen aufgefallen.

Die Polizei leitete Ermittlungen ein und informierte die Staatsanwaltschaft. "Wir prüfen den Fall", sagte Ina Holznagel, Sprecherin der Dortmunder Staatsanwaltschaft: "Die Frage ist, ob ein solches Banner im Rahmen der Meinungsfreiheit rechtens ist oder eine strafbare Unterstützung eines verbotenen Vereins vorliegt. Das ist ein Grenzfall."

Es ist bereits der zweite Vorfall dieser Art innerhalb kurzer Zeit. Beim Pokalspiel gegen Oberneuland in Bremen war dem Bericht zufolge ein Banner mit der Aufschrift "Rico Malt - unvergessen" entrollt worden - offensichtlich von der Hooligan-Gruppe "Northside Dortmund". Laut Antifa war Malt ein Neonazi und starb 2007.

In einer Stellungnahme der BVB-Fanabteilung heißt es: "Wir fordern alle Fans von Borussia Dortmund auf, ein solch unsägliches Verhalten nicht stillschweigend zu tolerieren. Lasst uns gemeinsam zeigen, dass solche Ansichten bei uns nichts zu suchen haben und dass diese Personen unseren Fußball nicht für ihre Zwecke missbrauchen dürfen."

wit/sid

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1. Dieses Pack!
MuckiP 28.08.2012
Zitat von sysopAufregung in der Dortmunder Fanszene: Beim Bundesliga-Spiel gegen Bremen wurde auf der Südtribüne ein Plakat entrollt, das Solidarität mit dem "Nationalen Widerstand Dortmund" fordert - einer erst kürzlich verbotenen Neonazi-Kameradschaft. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln. Rechtsradikales Banner bei BVB-Spiel: Dortmunder Polizei ermittelt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,852559,00.html)
Ich bin Dortmund Fan und dieses Thema beschäftigt mich sehr! Ich habe auch letzte Saison eine Mail an den BvB geschrieben, mit der Bitte härter gegen rechtsradikale Tendenzen vorzugehen. JEDER der in irgendeiner Form rechtsradikale Äußerungen von sich gibt, sollte Stadionverbot bekommen. Es ist erschreckend wenn man sog. "Fußballfans" sieht, die das Stadion nutzen um ihre politische Einstellung zu verbreiten und das gilt für jedes Stadion! Aufgrund der Masse an Fans hat Dortmund hier ein größeres Problem als andere Vereine, ganz klar. Dagegen heißt es anhaltend anzukämpfen auch als Zuschauer. JEDEN der sich daneben benimmt sollte man gleich vor Ort verwarnen.
2. Wo ist das Problem?
steffenm. 28.08.2012
Also meiner Meinung nach steh da doch nichts Verbotenes. Es wird doch nur Solidarität mit irgendeinem Verein gefordert. Selbst wenn dieser Verboten worden ist das doch nur eine Meinungsäußerung und mehr nicht. Wir sollten in Deutschland einfach mal entspannter mit der Meinung Anderer umgehen. Solang niemand zu einer Straftat aufruft oder zur Gewalt ist doch alles kein Problem. Ich wünsche mir das die Meinungsfreiheit hier in Deutschland einen ähnlich hohen Status wie in den Vereinigten Staaten hätte.
3. Meinungsstrafrecht?
internetwitcher 28.08.2012
Ich halte nichts von dem brauen Gesocks. Aber mal ganz ehrlich: Man darf doch nicht über den bösen Putin schimpfen, wenn bei uns noch ein viel strenges Meinungsstrafrecht gilt. Ich habe gedacht jeder in Deutschland hat jeder das Recht auf eine eigene Meinung. Kann den eine Meinung eine Straftat sein?
4. lieber herr steffen m
ziegenzuechter 28.08.2012
einen verbotenen verein zu unterstuetzen ist eine straftat. was gibts da nicht zu kapieren?
5. @internetwitcher
peat53 28.08.2012
Sie sind ja mehr als naiv.Wenn ich Solidaridät zu einer verbotenen Neonazitruppe bekunde,mach ich mich natürlich strafbar.Inwieweit die Gesetze da greifen ist mir zwar auch nicht klar , aber es ist auf jeden Fall ein Grenzstraftatbestand eine verbotene Truppe zu verherrlichen. Auf jeden Fall keine Werbung für Dortmunds Fußball wenn dort Werbung für Neo-NAZIS gemacht wird. Glaube kaum dass sich das Gros der Fans mit sowas identifiziert.
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