Reeva Steenkamp: TV-Sender zeigt Reality-Show mit totem Model

AP/ Stimuli

Der südafrikanische Fernsehsender SABC strahlt die Reality-TV-Show mit dem erschossenen Model Reeva Steenkamp aus - das kündigten die Produzenten zwei Tage nach dem Tod der Freundin von Oscar Pistorius an. "Auf diese Art sollte sie in Erinnerung bleiben."

Johannesburg - Die Reality-TV-Show, an der das ehemalige Top-Model Reeva Steenkamp kurz vor ihrem Tod teilgenommen hat, wird nun doch im südafrikanischen Fernsehen zu sehen sein. "Tropika Island of Treasure", eine Action-Spielshow mit Prominenten und normalen Kandidaten, soll am Samstagabend auf dem Sender SABC ausgestrahlt werden. Die 29-jährige Steenkamp war in der Nacht zum Donnerstag im Haus ihres Freundes, des sechsmaligen Paralympics-Gewinners Oscar Pistorius, in Pretoria erschossen worden.

Die Produzenten begründeten ihr Vorgehen damit, Steenkamp ehren zu wollen. "Sie war fröhlich, gesund, schön und lebhaft. Auf diese Art sollte sie in Erinnerung bleiben. Diese Episode ist ihr gewidmet", sagte Produktionsleiterin Samantha Moon, die mit einer massiv gesteigerten Einschaltquote rechnet: "Wir erwarten deutlich mehr Zuschauer als gewöhnlich, da die Leute wissen wollen, wer die Person war, die vor zwei Tagen erschossen wurde."

Nach Angaben von Reeva Steenkamps Cousine Sharon Steenkamp wurde die Familie der Getöteten weder vom Sender noch von der Produktionsfirma kontaktiert. Sie hätten aber auch keine Einwände gegen die Ausstrahlung, da Reeva "stolz war, an der Show teilgenommen zu haben". "Das letzte Mal, dass wir gesprochen haben, sagte sie uns, dass sie will, dass wir uns die Sendung ansehen", sagte Sharon Steenkamp.

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Reeva Steenkamp: "Ehre" für eine Ermordete?
Gegen Oscar Pistorius war am Freitag vor Gericht in Südafrikas Hauptstadt Pretoria Mordanklage erhoben worden. Der 26-Jährigebrach dabei in Tränen aus. Pistorius wies die Mordanklage gegen ihn "aufs Schärfste" zurück. Pistorius gilt mittlerweile offenbar als stark selbstmordgefährdet und steht deshalb in seiner Zelle rund um die Uhr unter Beobachtung. Die Polizei soll sich um seinen mentalen Zustand sorgen und sich deshalb zu diesem Schritt entschieden haben. Das berichten britische Medien. "Oscar fühlt sich wie in die Hölle geschickt. Er ist am Boden zerstört", zitiert der "Daily Mirror" eine nicht näher spezifizierte Quelle.

Am Samstag äußerte sich erstmalig der Onkel von Pistorius. Sein Neffe sei "betäubt von Schock und auch Trauer", sagte Arnold Pistorius. "Sie haben zusammen Pläne geschmiedet, und Oscar war privat so glücklich wie seit langem nicht mehr." Er äußerte außerdem Unverständnis dafür, dass Oscar des Mordes angeklagt wird. "Wir haben keinen Zweifel daran, dass die Vorwürfe jeder Grundlage entbehren und die Anklage, eingedenk ihrer eigenen forensischen Befunde, die Möglichkeit eines vorsätzlichen Mordes entkräften wird."

Pistorius ist der erste amputierte Athlet, der sowohl an Paralympics als auch an Olympischen Spielen teilgenommen hat. In seiner südafrikanischen Heimat wird er wegen seiner sportlichen Erfolge als Held verehrt.

hpi/sid/ap/dpa

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insgesamt 19 Beiträge
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1. Mord? Wo denn?
Malshandir 16.02.2013
Liebe SPON Redaktion, von Mord zu reden ist eine Vorverurteilung. Bisher ist Pistorius NICHT SCHULDIG gesprochen worden, somit liegt ein Todesfall jedoch kein Mord vor. Daneben bedeutet die hohe Suizidgefahr eher, dass es wirklich ein tragischer Unfall war.
2.
Internetnutzer123 16.02.2013
Die scheren sich doch einen Dreck um das Tote Model, die Sendung wird schlichtweg mehr einspielen da die Darstellerin gestorben ist. Reine Geldmache. Traurig.
3. Verrückt
mivanov3012 16.02.2013
"Auf diese Art wollten wir noch einmal möglichst viel Geld mit Ihrem Namen verdienen." sollte es doch eher heissen... Schön ist sie, die Welt von heut' !
4. Na und?
AcrossTheUniverse 16.02.2013
Das ist eben so in der Medialenwelt. Fressen, Gefressen werden...alles wird genutzt. Können froh sein, das Ihr Fleisch nicht in eine Lassnge kommt - in dieser verrückten & kranken Geld-Welt.
5.
björn-ole 16.02.2013
Mord ist lediglich der Tatvorwurf. Was im Endeffekt dabei herauskommt entscheiden die Gerichte nach Abschluss der Ermittlungen. Von einer Unschuldsvermutung aufgrund einer "Suizidgefährdung" zu sprechen ist kurz gedacht...solche und ähnliche Verhaltensweisen legt jeder drittklassige Straftäter an den Tag...das beweist gar nichts. Vielleicht sollte es der Supersportler versuchen, wie es schon einen Hells Angel in Deutschland geglückt ist. Einfach behaupten er sei von verfeindeten Rockern bedroht worden. Das hat die Schüsse durch die geschlossene Tür und den damit verbundenen Tod eines Polizisten legitimiert.
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