Brandenburg Polizei geht mit Razzia gegen "Reichsbürger" vor

Die Polizei durchsucht seit dem Morgen mehrere Gebäude in Cottbus. Es geht um den Verdacht des Verstoßes gegen das Waffengesetz - und die "Reichsbürger"-Szene.


In Brandenburg geht die Polizei mit einer Razzia gegen das "Reichsbürger"-Milieu vor. Ein Spezialeinsatzkommando und weitere Beamte durchsuchen Wohn- und Geschäftsräume in Cottbus nach Beweismitteln. Das teilte ein Polizeisprecher mit.

Im Fokus stehe ein 55-Jähriger, der mit Waffen gehandelt haben soll, obwohl er dafür keine Erlaubnis habe. Der Mann sei unabhängig davon verhaftet worden, weil Haftbefehle gegen ihn wegen nicht gezahlter Schulden vorlägen.

Gegen den Mann aus Cottbus läuft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Waffengesetz, wie der Sprecher sagte. Zu den Objekten, die die Polizei durchsuchte, zählte auch ein Outdoor-Military-Geschäft.

Sogenannte Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik nicht an. Sie sprechen Grundgesetz, Behörden und Gerichten die Legitimität ab und akzeptieren keine amtlichen Bescheide. Das Bundesamt für Verfassungsschutz rechnet der "Reichsbürger"-Szene rund 10.000 Menschen zu. Das brandenburgische Innenministerium geht davon aus, dass in dem Bundesland etwa 300 Menschen dem Milieu angehören.

Seit dem vorigen Jahr ist die Szene verstärkt in den Blickpunkt geraten, nachdem ein "Reichsbürger" einen Polizisten bei einer Razzia erschossen hatte. Erst am Dienstag hatte die Polizei bei Razzien gegen "Reichsbürger" in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Waffen und Beweise sichergestellt. Die Beschuldigten werden der banden- und gewerbsmäßigen Urkundenfälschung verdächtigt.

wit/dpa

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