15 Gramm pro Tag "Rekordkiffer" nach Abstinenz zu Bewährungsstrafe verurteilt

Ein 59-Jähriger ist in Bayern mit 3,8 Kilogramm Marihuana erwischt worden. Er schaffte es, das Gericht davon zu überzeugen, dass es sich um Eigenbedarf handele.

Amtsgericht in München
DPA

Amtsgericht in München


Das Amtsgericht München hat im April einen Mann wegen des Besitzes von 3,8 Kilogramm Marihuana aus der hauseigenen Zuchtanlage zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Der Mann konnte das Gericht davon überzeugen, dass der Fund seiner alleinigen Suchtbefriedigung dienen sollte und er kein Gramm verkauft habe, berichtete die FAZ.

Der Verurteilte musste sich für weitere sechs Monate Drogentests unterziehen, um seine Abstinenz nachzuweisen. Seit dem Tag seiner Festnahme im Januar habe er mit dem Konsum aufgehört und könne das auch belegen, teilte das Gericht jetzt mit. Man gehe davon aus, dass er sich auch in Zukunft straffrei verhalten werde.

Der Verurteilte, den das Gericht in seiner Mitteilung als "Rekordkiffer" bezeichnete, gab in der Verhandlung an, seit seinem zwölften Lebensjahr Cannabis konsumiert zu haben. Zuletzt habe er etwa 500 Gramm pro Monat geraucht - das entspricht etwa 15 Gramm pro Tag. Eine Haaranalyse bestätigte diese Angaben. Die erreichten Werte waren dem Gericht zufolge die höchsten, welche die Sachverständige seit 1993 festgestellt habe.

Der Mann gab an, zuletzt durchgängig von 3 Uhr bis 20 Uhr Rauschgift konsumiert zu haben. Er leide unter den Folgen eines Wirbelbruchs, habe aber eine Verschreibung von Cannabis nicht erreichen können. Der 59-Jährige war aufgeflogen, weil eine Familie in einer Ferienwohnung, die er vermietete, starken Marihuana-Geruch wahrgenommen hatte. Als sie sich beschwerten, habe der Vermieter entgegnet, dass die Kinder dort doch besonders gut schlafen könnten.

In Griechenland war der Mann bereits zu zehn Jahren Gefängnis wegen Haschischbesitzes verurteilt worden. Von denen habe er vier verbüßen müssen.

Das Amtsgericht München setzte die Strafe zur Bewährung aus, da der Mann erfolgreich mit dem Konsum aufgehört habe, die Betäubungsmittel sichergestellt und keine Anhaltspunkte für die Weitergabe von Cannabis gefunden wurden.

pia

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