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24. Juli 2016, 17:44 Uhr

Reutlingen

Mann greift Menschen mit Machete an - eine Tote, mehrere Verletzte

In Reutlingen hat ein Mann mit einer Machete um sich geschlagen und eine Frau getötet. Fünf weitere Menschen wurden verletzt. Der Täter wurde festgenommen.

In der Innenstadt von Reutlingen, Baden-Württemberg, hat ein Mann mit einer Machete Menschen angegriffen. Das hat die Polizei der Stadt gegenüber SPIEGEL ONLINE bestätigt.

Demnach gingen um 16.20 Uhr beim Polizeipräsidium Reutlingen mehrere Notrufe ein: Ein Mann sei im Bereich des Zentralen Omnibusbahnhofs in Streit mit einer Frau geraten und habe diese mit einer Machete verletzt.

Die Frau erlitt durch den Angriff tödliche Verletzungen. Nach dem Angriff verletzte der Täter fünf weitere Menschen. Zunächst war von zwei Verletzten die Rede gewesen. Sieben Minuten nach dem Alarm sei der mutmaßliche Täter in Tatortnähe festgenommen worden.

Anhaltspunkte für einen terroristischen Anschlag gibt es laut Polizei nicht. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich den Angaben zufolge um einen 21-jährigen Asylbewerber aus Syrien. Das Motiv ist noch unklar.

Verletzte laut Polizei Zufallsopfer

Eine Autofahrerin und ein Mann waren dem Täter auf seiner Flucht unbeabsichtigt in die Quere gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Der 21-Jährige schlug den Angaben zufolge mit der Waffe auf das zufällig vorbeifahrende Auto ein und zertrümmerte die Scheiben. So wurde die am Steuer sitzende Fahrerin verletzt, ihr Beifahrer erlitt einen Schock.

Im Anschluss verletzte der 21-Jährige einen Mann in einer Gaststätte im Gesicht so schwer, dass er ins Krankenhaus kam. In einem anderen Lokal schlug der 21-Jährige mehrfach mit der Machete auf einen Holztisch ein. Während der Flucht des Täters wurden zwei weitere Frauen verletzt, auch sie kamen ins Krankenhaus.

Autofahrer stoppt Tatverdächtigen

Zahlreiche Passanten wurden Augenzeugen der Tat. Ein 19-Jähriger berichtete SPIEGEL ONLINE: "Ich war mit meinen Kumpels Richtung Innenstadt unterwegs, wir haben 'Pokemon Go' gespielt. Gerade als wir die Straße überqueren wollten, wurde es gegenüber, vor einer Dönerbude, laut."

Ein Mann habe mit einem großen Messer auf eine Frau eingeschlagen, so der Augenzeuge. "Die Frau lief weg in Richtung Omnibusbahnhof, der Mann hinterher. Dann kam er wieder zurück, und als er eine Straße überqueren wollte, hat ein Mann in einem weißen BMW ihn angefahren. Der Täter blieb auf der Straße liegen, kurz danach war die Polizei da."

Die Polizei bestätigte, dass der Autofahrer den Angreifer bewusst angefahren habe, um ihn zu stoppen. Die Machete hat nach Polizeiangaben eine 30 bis 40 Zentimeter lange Klinge.

Der 21-Jährige sei der Polizei schon wegen mehrerer Körperverletzungen bekannt, sagte ein Sprecher. Es gebe keine Hinweise auf weitere Täter. Laut Polizei besteht nach derzeitigem Stand keine Gefahr für die Bevölkerung.

Der mutmaßliche Täter wurde nach Polizeiangaben selbst schwer verletzt. Er werde derzeit stationär intensivmedizinisch betreut und sei vorerst nicht vernehmungsfähig.

In einem Regionalzug bei Würzburg hatte erst am Montagabend ein 17-jähriger junger Mann Reisende mit einer Axt angegriffen und fünf Menschen schwer verletzt. In München erschoss am Freitagabend ein 18-Jähriger bei einem Amoklauf neun Menschen und dann sich selbst.

lgr/sun/dpa/AFP

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