Koblenz - In der vergangenen Woche waren ein 50-jähriger Mann und seine 47-jährige Lebensgefährtin aus Neuwied in Rheinland-Pfalz festgenommen worden. Sie sollen am 4. Juli im tschechischen Usti nad Lebem einen Säugling vor den Augen der Mutter aus dem Kinderwagen gerissen und entführt haben. Danach seien sie mit dem Baby nach Deutschland geflohen, so der Vorwurf.
Nach einer umfangreichen Fahndung wurden die beiden fünf Tage später in einer Wohnung in Neuwied bei Koblenz verhaftet. Das etwa drei Wochen alte Baby fanden die Ermittler gesund und wohlbehalten. Es wurde vorübergehend in die Obhut des Jugendamtes gegeben. Nachdem mit einem DNA-Test die Identität eindeutig geklärt worden war, konnten die Eltern ihr Kind abholen.
Derzeit sitzen die Tatverdächtigen in Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft Koblenz am Montag mitteilte. Gegen die Beschuldigten besteht dringender Tatverdacht wegen Entziehung Minderjähriger. Zu den Hintergründen der Tat wollte die Staatsanwaltschaft, die das Verfahren inzwischen von den sächsischen Kollegen übernommen hat, mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nichts sagen.
Die Polizei hatte in Neuwied vier Verdächtige festgenommen. Zwei Frauen wurden wieder auf freien Fuß gesetzt, und gegen das Paar wurde Haftbefehl wegen Verdachts der Kindesentziehung erlassen. Ihm droht eine Haftstrafe bis zu fünf Jahren.
ala/dapd/AFP
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