Anhörung vor Gericht US-Multimillionär Robert Durst weist Mordvorwurf zurück

Robert Durst wird vorgeworfen, vor 18 Jahren eine enge Freundin umgebracht zu haben. Bei einer Anhörung vor Gericht hat der Immobilienerbe auf "nicht schuldig" plädiert.

Robert Durst (Dezember 2016)
AP

Robert Durst (Dezember 2016)


Der wegen Mordes angeklagte US-Multimillionär Robert Durst hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe vor Gericht zurückgewiesen. Nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft in Los Angeles plädierte der 75-Jährige auf "nicht schuldig". Ihm wird vorgeworfen, im Jahr 2000 seine langjährige Bekannte Susan Berman in Kalifornien getötet zu haben.

Am 14. Januar muss Durst wieder vor Gericht erscheinen. Im Oktober hatte ein Richter verkündet, dass der Prozess gegen den Immobilienerben stattfinden werde. Durst war im März 2015 in New Orleans festgenommen und wenig später nach Kalifornien ausgeliefert worden. Er sitzt seither in Untersuchungshaft.

Berman war im Dezember 2000 erschossen in ihrer Wohnung in Los Angeles gefunden worden. Die beiden kannten sich seit Studienzeiten in den Sechzigerjahren. Die Anklage legt nahe, dass Durst sie aus dem Weg schaffen wollte, weil Berman als mögliche Zeugin im Fall seiner verschwundenen Frau hätte auftreten können.

Ein Millionär und drei Todesfälle

Durst wird insgesamt mit drei Todesfällen in Verbindung gebracht: Anfang 1982 verschwand seine Frau Kathie spurlos, 18 Jahre später wurde Berman erschossen, 2001 wurden Leichenteile von einem Nachbarn Dursts in Texas gefunden. Im letzten Fall musste er sich vor Gericht verantworten - und berief sich auf Notwehr. Durst wurde damals überraschend vom Mordvorwurf freigesprochen. Er hatte ausgesagt, seinen Nachbarn versehentlich beim Gerangel um die Waffe erschossen zu haben.

Vor seiner Festnahme 2015 war die HBO-Fernsehdokumentation "The Jinx: The Life and Deaths of Robert Durst" ("Der Unglücksbringer: Das Leben und die Tode des Robert Durst") ausgestrahlt worden.

Darin hatte Durst offenbar unbeabsichtigt eine Art Mordgeständnis abgelegt. Er war sich offenbar nicht bewusst, dass das Mikrofon angeschaltet war, als er die Waschräume aufsuchte. Dabei soll er vor sich hingemurmelt haben: "Was habe ich nur getan? Ich habe sie natürlich alle getötet." Später sagte er, er habe bei den Dreharbeiten unter dem Einfluss von Drogen gestanden.

wit/dpa

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