Rocker-Bande: Polizei nimmt Bandido-Boss fest

Ein führendes Mitglied der Leverkusener Bandidos soll eine Frau brutal misshandelt und in Nordafrika festgehalten haben. Nun ist der Rocker festgenommen worden. Der Mann ist der Polizei bereits bestens bekannt: Der mehrfach vorbestrafte Bordellbesitzer gilt als extrem gewaltbereit.

Köln - Die Kölner Polizei hat am frühen Freitagmorgen ein führendes Mitglied der "Bandidos MC Leverkusen" festgenommen. Der 37-Jährige ist laut den Ermittlern ein führendes Mitglied der Ortsgruppe des Rockerclubs. Die Liste der Straftaten, die dem Mann vorgeworfen werden, ist lang: Körperverletzung, Nötigung, Freiheitsberaubung und die Abgabe von Kokain.

Fahnder nahmen den Mann um 2:30 Uhr vor seinem eigenen Bordell im Kölner Stadtteil Marsdorf fest. Er soll noch am Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Im Juli hatte den Ermittlern zufolge eine junge Frau bei der Polizei ausgesagt, sie sei von dem Rocker mehrfach brutal misshandelt worden. Er soll die 21-Jährige unter einem Vorwand in seine nordafrikanische Heimat gelockt und sie dort gegen ihren Willen festgehalten haben. Zudem hat er ihr den Angaben zufolge unter anderem durch Faustschläge den Kiefer gebrochen.

Die Aussagen der Frau seien mit ärztlichen Attesten und den Aussagen ihrer Eltern untermauert worden, teilte die Polizei mit. Ihrem Vater sei es schließlich gelungen, die Frau in Tunesien zu befreien.

Der Rocker ist der Polizei zufolge bereits mehrfach wegen seiner extremen Gewaltbereitschaft aufgefallen. Er sei zwischen 2000 und 2003 an gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Türsteherszene beteiligt gewesen. Für den Versuch, einen Konkurrenten aus dem Auto heraus zu erschießen, wurde er zusammen mit weiteren Tätern zu vier Jahren Haft verurteilt.

Zuletzt war der 37-Jährige im Visier der Ermittler, weil er bei einer Massenschlägerei zwischen den Hells Angels und Mitgliedern der Bandidos in Mönchengladbach im Januar schwer verletzt worden war.

fdi/dapd

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