Rockerszene Bremen will Mongols verbieten

Zwei Angriffe auf die Hells Angels innerhalb von einer Woche sind offenbar zu viel. Der Bremer Innensenator will den Rockerclub Mongols verbieten. Das Problem scheint nur: Viel hat die Polizei gegen den Verein nicht in der Hand.

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Mongols-Rocker in Bremen: Verbot noch vor der Landtagswahl geplant

Mongols-Rocker in Bremen: Verbot noch vor der Landtagswahl geplant


Bremen - Sie hatten sich mit Holzlatten bewaffnet und ein klares Ziel: Etwa 30 Mitglieder und Unterstützer des Rockerclub Mongols sind am Freitagabend in der Bremer Innenstadt auf die verfeindeten Hells Angels losgegangen. Zwei Männer wurden dabei erheblich verletzt, mehrere Spezialeinheiten der Polizei verhinderten Schlimmeres.

Bereits am Wochenende zuvor hatten die Mongols, die sich vor allem aus Angehörigen arabischer und kurdischer Clans rekrutieren, die Bremer Hells Angels attackiert. 61 Mongolen waren vorübergehend festgenommen worden. Jan Timke, Bremer Spitzenkandidat der rechtskonservativen Partei Bürger in Wut (BIW), hatte daraufhin ein sofortiges Verbot des Vereins gefordert.

Nach dem nunmehr zweiten Vorfall innerhalb einer Woche hält auch Innensenator Ulrich Mäurer diesen Schritt für unumgänglich. In den letzten Tagen vor der Landtagswahl verlangt der Sozialdemokrat, den betreffenden Club umgehend schließen zu lassen. Noch in dieser Woche werde ein Verbot verfügt, kündigte Mäurer an. Seine Begründung: Die Mongols hätten die Auseinandersetzungen mit den Hells Angels gesucht, "das nehmen wir nicht länger hin".

"Das sehe ich nicht"

Doch Experten bezweifeln, dass sich ein solches Verbot leicht umsetzen lässt. Außer gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch habe man eigentlich nicht viel gegen den Verein in der Hand, sagt ein Bremer Beamter. Zwar seien viele Mongols erheblich vorbestraft, doch müsse in einem verwaltungsrechtlichen Verbotsverfahren nachgewiesen werden, dass schwerste Straftaten im Namen des Clubs begangen worden seien. "Das sehe ich bislang nicht." Ein entsprechendes Vorgehen gegen die Hells Angels der Hansestadt sei vor Jahren genau aus diesem Grund verworfen worden.

Im August 2010 hatte der Schwerkriminelle Mustafa B. gemeinsam mit knapp zwei Dutzend Mitgliedern seiner Sippe einen Ableger des internationalen Motorradclubs Mongols in Bremen gegründet. Es war das erste Mal, dass in Deutschland Angehörige eines muslimischen Zuwanderer-Clans, der der Organisierten Kriminalität zugerechnet wird, auf diesem Feld tätig wurden. Inzwischen haben die Migranten-Rocker auch einen Ableger in Berlin eröffnet.

Den Bremer Mongols scheint es bei ihrem Trip in die Welt der Rocker kaum um das "Easy Rider"-Feeling zu gehen. Die Zuwanderer haben nach Erkenntnissen der Polizei weder Motorräder noch die notwendigen Führerscheine. Wenn sie über die Discomeile der Stadt rollen, dann in PS-starken Autos. Lediglich Mustafa B. machte die Fahrerlaubnis - und verunglückte zwei Wochen später tödlich mit seiner 178-PS-starken Honda Fireblade.

Das Landeskriminalamt (LKA) vermutet daher, es gehe den Mitgliedern des Ethno-Clans darum, neue Strukturen und Handelswege zu erschließen. Mongols sollen in den USA und in Südeuropa in Drogengeschäfte verwickelt sein. Eine Zusammenarbeit könnte sich für die Bremer lohnen.

Schon jetzt beherrscht die Sippe nach Überzeugung der Polizei den Rauschgiftmarkt der Stadt. Der Clan zählt zu den Mhallamiye-Kurden, die in den achtziger Jahren aus dem Libanon eingewandert sind. Integration ist für viele von ihnen ein Fremdwort, sie leben vorwiegend von Sozialleistungen und Geschäften wie Drogenhandel und Prostitution. Die meisten wohnen in Bremen, Berlin und Essen. Allein in der Hansestadt rechnet die Polizei 2600 Kurden zu der Sippe, gegen jeden zweiten ermittelte sie bereits. 66 Familienmitglieder gelten als Top-Täter.

Situation spitzt sich zu

Über viele Seiten im Polizeicomputer erstrecken sich auch die Einträge der meisten Bremer Mongols. Ibrahim M., nach Einschätzung der Ermittler der Nachfolger von Mustafa B. an der Spitze des Clubs in Bremen, wird allein mit 147 Taten in Verbindung gebracht, von Körperverletzung bis zum illegalen Waffenbesitz.

Überhaupt spitzt sich die Situation in der Rockerszene in diesen Wochen weiter zu. In Berlin und Duisburg kam es zuletzt zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen Hells Angels und Bandidos. Die Polizei geht davon aus, dass der vor einem Jahr mit großem Tamtam geschlossene Friedensvertrag der beiden Gruppierungen nicht verlängert wird. Offiziell geben sich die Rocker aber noch gesprächsbereit.

Wie gefährlich Konflikte in dem Milieu sein können, musste am späten Sonntagabend der ehemalige Präsident der Berliner Hells Angels Nomads, Holger B., erfahren. Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen wurde "Hocko", so sein Spitzname in der Szene, vor seinem Haus im Brandenburgischen angegriffen. Unbekannte stachen im viermal in die Beine und einmal in den Rücken. B. wurde notoperiert und liegt auf der Intensivstation.



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 71 Beiträge
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Seite 1
Lindener2001 16.05.2011
1. Eu
Jeder einzelne der Mitglieder der Mongols ist ein höchst gefährlicher Verbrecher... Nicht nur verbieten, sondern auch alle ausweisen.... Der SPD kann man dies jedoch nicht glauben,Jahrelang haben sie nichts gemacht, jetzt vor der Wahl bekommen wohl einige Herren Muffensausen vor der BIW... Das ist auch gut so...
hatem1 16.05.2011
2. Guter Artikel, aber
Der Artikel beleuchtet die Problematik ganz gut. Ein paar Aspekte zur Ergänzung: Holger "Hocko" B. ist von den HELLS ANGELS "in bad standing" hinausgeworfen worden und hat angeblich zuletzt Kontakte zu arabischen Großfamilien gehabt. Die Bremer MONGOLS hatten sich zwischendurch schon mal selber aufgelöst. Alle damaligen Mitglieder sind aktuell "in bad standing" Z.T. mit Foto auf der Mongols-Website. Allein das zeigt die Rücksichtslosigkeit. Die Probleme in Bremen haben m.E. sehr stark damit zu tun, dass die Politik, insbesondere Innensenator und Justiz, gegenüber dem Familienclan der M. jahrelang gutmenschliche Milde walten ließ. Dass ein Mann mit 147 Straftaten (und das sind ja nur die Vorkommnisse, die angezeigt wurden) überhaupt auf freiem Fuß ist - das spricht für sich. Und gegen die Bremer Justiz. Die Probleme sind zu einem großen Teil hausgemacht.
wurstknoten 16.05.2011
3. MIR I st ......
übel bei beim lesen solcher Meldungen. Warum sorgt die Justiz nicht dafür das die Angehörigen dieses "Clans" in dieheimat rückgeführt werden ? Armes Deutschland!
alaxa 16.05.2011
4. Danke
Zitat von hatem1Der Artikel beleuchtet die Problematik ganz gut. Ein paar Aspekte zur Ergänzung: Holger "Hocko" B. ist von den HELLS ANGELS "in bad standing" hinausgeworfen worden und hat angeblich zuletzt Kontakte zu arabischen Großfamilien gehabt. Die Bremer MONGOLS hatten sich zwischendurch schon mal selber aufgelöst. Alle damaligen Mitglieder sind aktuell "in bad standing" Z.T. mit Foto auf der Mongols-Website. Allein das zeigt die Rücksichtslosigkeit. Die Probleme in Bremen haben m.E. sehr stark damit zu tun, dass die Politik, insbesondere Innensenator und Justiz, gegenüber dem Familienclan der M. jahrelang gutmenschliche Milde walten ließ. Dass ein Mann mit 147 Straftaten (und das sind ja nur die Vorkommnisse, die angezeigt wurden) überhaupt auf freiem Fuß ist - das spricht für sich. Und gegen die Bremer Justiz. Die Probleme sind zu einem großen Teil hausgemacht.
Danke, hatem1. Schön, hier lesen zu können, dass es noch die vereinzelte Stimme eines Migranten gibt, der die unhaltbaren Zustände in unseren "Brennpunkten" kritisiert. An Ihnen sollten sich die bremer Grünen eine absolut *FETTE* Scheibe abschneiden!
mi_scha_hamburg 16.05.2011
5.
Zitat von sysopZwei Angriffe auf die Hells Angels innerhalb von einer Woche sind offenbar zu viel. Der Bremer Innensenator will den Rockerclub Mongols verbieten. Das Problem scheint nur: Viel hat die Polizei gegen den Verein nicht in der Hand. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,762860,00.html
Vielleicht sollte man sich mal ganz intensiv mit den beschäftigen - z.B. mit der groß angekündigten, aber nie eingehaltenen "Null-Toleranz" - Politik gegenüber diesen offenkundig schwerkriminellen Banden.
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