Früherer BBC-Moderator Rolf Harris wegen Kindesmissbrauchs zu Haft verurteilt

Bis zuletzt bestritt er die Vorwürfe, während des Verfahrens zeigte er weder Einsicht noch Reue: Der ehemalige BBC-Entertainer Rolf Harris ist von einem Londoner Gericht wegen Kindesmissbrauchs zu mehr als fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden.

BBC-Legende Rolf Harris vor dem Southwark Crown Court in London: Mehr als fünf Jahre Haft
DPA

BBC-Legende Rolf Harris vor dem Southwark Crown Court in London: Mehr als fünf Jahre Haft


London - Der ehemalige BBC-Moderator und Künstler Rolf Harris muss für fünf Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Ein Londoner Gericht verurteilte den 84-Jährigen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen in zwölf Fällen. Harris war in der vergangenen Woche schuldig gesprochen worden. Laut Gericht hatte er während des gesamten Verfahrens keine Reue für seine Vergehen gezeigt.

Die Affäre um den gebürtigen Australier war im Zuge der Ermittlungen des BBC-Missbrauchsskandals um den früheren Star-Moderator Jimmy Savile an die Öffentlichkeit gelangt. Die Untersuchungen ergaben, dass sich auch Harris, der unter anderem Kindersendungen moderierte, über Jahre hinweg Minderjährigen genähert hatte. Er hatte die Vorwürfe bis zuletzt bestritten.

Das Gericht sah es jedoch als erwiesen an, dass Harris zwischen 1968 und 1986 mehrere Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen sieben und 19 Jahren sexuell belästigte und vergewaltigte - darunter die beste Freundin seiner Tochter Bindi. Diese beschrieb vor dem Gericht, wie sehr sie von den Nachstellungen des Moderators traumatisiert worden sei. Sie habe sich "schmutzig, schmierig und ekelig" gefühlt.

Seine Vergehen blieben jahrelang unentdeckt. Harris war noch 2012 bei einem Konzert zum diamantenen Thronjubiläum von Elizabeth II. aufgetreten. Er malte auch 2005 das Porträt der Queen zu ihrem 80. Geburtstag.

gam/dpa/AFP

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