Vorwurf der Vergewaltigung Polanski plant Rückkehr in die USA

Weil ihm wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen Gefängnis drohte, floh Roman Polanski vor fast 40 Jahren aus den USA. Jetzt will der Regisseur seinen Fall neu aufrollen lassen.

Regisseur Roman Polanski
REUTERS

Regisseur Roman Polanski


Der polnisch-französische Regisseur Roman Polanski möchte in die USA zurückzukehren, wo ihm wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen im Jahr 1977 die Verhaftung droht. Das teilte der Anwalt des 83-Jährigen mit.

Um die Rückkehr zu ermöglichen, solle auf eine alte Abmachung Polanskis mit der US-Justiz zurückgegriffen werden, die ihm das Gefängnis erspare, sagte Polanskis Verteidiger Harland Braun, der bereits in Kontakt mit dem zuständigen Richter in Los Angeles steht. Eine erste Anhörung soll am 24. Februar stattfinden.

Die US-Justiz ermittelt seit Jahren gegen den Filmemacher. Ihm wird vorgeworfen, die damals 13-jährige Samantha Geimer vergewaltigt zu haben.

Polanski hatte nach seiner Festnahme in den USA gestanden, Sex mit der Minderjährigen gehabt zu haben. Nach 42 Tagen im Gefängnis von Ohio nutzte er seine vorläufige Freilassung kurz vor Verkündung des Strafmaßes zur Flucht nach Europa. Er hatte gefürchtet, dass die Strafe trotz einer Übereinkunft mit der Anklage höher als vereinbart ausfallen würde. Der damalige Richter Laurence Rittenband forderte eine 50-jährige Haftstrafe.

Der Fall beschäftigt bis heute die Gerichte. Polanski war 2009 auf US-Anweisung in Zürich festgenommen worden. Anschließend stand er in seinem Chalet im Schweizer Skiort Gstaad unter Hausarrest, bis ihn die Behörden nach rund zehn Monaten wegen Unklarheiten im Auslieferungsgesuch wieder freiließen. Zuletzt hatte das Oberste Gericht in Warschau eine Auslieferung Polanskis an die USA verboten.

jan/afp



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