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Anschlag auf Asylunterkunft: Rechte Brandstifter zu jeweils fünf Jahren Haft verurteilt

Rußspuren an Asylunterkunft in Groß Lüsewitz: Urteil wegen versuchten Mordes Zur Großansicht
DPA

Rußspuren an Asylunterkunft in Groß Lüsewitz: Urteil wegen versuchten Mordes

Sie schmissen Molotowcocktails auf ein Flüchtlingsheim, nun hat ein Gericht sie wegen versuchten Mordes verurteilt: Zwei junge Männer kommen für einen Anschlag mehrere Jahre ins Gefängnis.

Für einen Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Groß Lüsewitz sind zwei Männer zu jeweils fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Rostock sprach die 25 und 26 Jahre alten Männer wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung schuldig. Sie hätten wegen ihrer ausländerfeindlichen Gesinnung und aus "ideologischer Verblendung" die Unterkunft angegriffen.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass sie im Oktober 2014 zwei Brandsätze auf das vierstöckige Haus geworfen hatten. In dem Haus schliefen 38 Flüchtlinge, darunter 18 Kinder. Verletzt wurde niemand, beide Feuer erloschen von selbst.

Die Richter fällten ihr Urteil nach einer Absprache unter den Prozessbeteiligten und einem Geständnis der Angeklagten. Sie hatten im Prozess um Entschuldigung gebeten und behauptet, darüber erleichtert zu sein, dass nichts Schlimmeres passierte.

Die beiden Männer sagten aus, ihnen sei bewusst gewesen, dass durch die Brandsätze Menschen hätten zu Schaden kommen können. Allerdings sei ihnen dies damals egal gewesen, sie seien betrunken gewesen. Noch während die Brandsätze loderten, flohen sie demnach und verbrachten den Rest der Nacht in einer Diskothek.

Die Staatsanwaltschaft sah in der Tat drei Mordmerkmale erfüllt: Die Männer hätten heimtückisch gehandelt wegen des Anschlags zur Nachtzeit, mit gemeingefährlichen Mitteln und aus niedrigen Beweggründen. Nach Meinung von Gutachtern waren die Angeklagten zur Tat voll steuerungsfähig.

apr/dpa/AFP

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