Sachsen Affäre an Polizeihochschule - Rektor wechselt ins Innenministerium

Die Betrugsvorwürfe an der sächsischen Polizeihochschule in Rothenburg haben personelle Konsequenzen: Rektor Harald Kogel wird vorerst durch den bisherigen Vizechef ersetzt.


Nach der Affäre an der sächsischen Polizeihochschule in Rothenburg im Landkreis Görlitz wird der bisherige Rektor Harald Kogel abgelöst. Der 58-Jährige wechselt in das Innenministerium, wie das Ressort mitteilte. Die Schule werde vom 15. November an kommissarisch vom bisherigen Vizechef Thomas Boltz geleitet. Der 57 Jahre alte Jurist verfüge auch über Erfahrungen im Bereich Aus- und Fortbildung.

An der Spitze der Hochschule soll Boltz demnach auch die von Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) eingesetzte Sachverständigenkommission unterstützen. Das Gremium soll die Betrugsvorwürfe an der Schule untersuchen. Ein Bericht wird im Frühjahr 2019 erwartet.

Gegen einen Mitarbeiter der Hochschule ist wegen der Manipulationsvorwürfe ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Zudem läuft ein Disziplinarverfahren gegen den suspendierten Beamten.

Der mutmaßliche Betrug war aufgeflogen, als sich Studenten Dozenten anvertrauten. Sie gaben an, der Regierungsrat habe erlaubt, Prüfungsaufgaben mit dem Handy zu fotografieren. Danach sollen diese für rund 170 Studenten von einer Dropbox im Internet abrufbar gewesen sein.

Schon beim vorherigen Jahrgang waren 16 Anwärter nicht zu Kommissaren ernannt worden, weil sie bei Prüfungen getäuscht haben sollen. Nach Angaben der Hochschule annullierte der Prüfungsausschuss den Leistungstest. Er muss wiederholt werden.

wit/dpa



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