Düsseldorf - Aus dem Luxusleben in die U-Haft: Gegen die Düsseldorfer Rotlicht-Größe Bert Wollersheim ist ein Haftbefehl ergangen. Das teilte das Düsseldorfer Amtsgericht am Mittwoch mit. Der 61-Jährige kam in Untersuchungshaft.
"Wir sind mit der Situation nicht glücklich, aber sehr gelassen", sagte Wollersheims Anwalt Carsten Rubarth. Für ihn sei die Darstellung der Staatsanwaltschaft nicht nachvollziehbar. Er kenne bislang keinen Beweis, der eine Rolle seines Mandanten als Drahtzieher belegen würde, habe allerdings bislang keine Akteneinsicht gehabt.
Sein Mandant stehe auch nicht im Verdacht, selbst Menschen betäubt oder unerlaubte Abbuchungen auf ihren Kreditkarten vorgenommen zu haben, sagte Rubarth. Wollersheim sei zuversichtlich, dass sein Ruf als ehrlicher Geschäftsmann am Ende des Strafverfahrens weiter Bestand habe, so dessen Anwalt.
In Düsseldorfer Bordellen sollen Freier reihenweise mit K.o.-Tropfen betäubt worden sein. Anschließend seien ihre Kreditkarten geplündert worden. Am Dienstag hatte die Polizei in mehr als 40 Amüsierbetrieben, Bordellen, Wohnungen und Geschäften Razzien durchgeführt. Es wird gegen 80 Verdächtige ermittelt - die Vorwürfe: schwerer Raub, Erpressung, Betrug, Computerbetrug, schwerer Bandendiebstahl und gefährliche Körperverletzung.
Inzwischen haben sich bei der Polizei reihenweise Freier als Opfer gemeldet. "Wir haben zahlreiche Anrufe von Geschädigten bis aus den USA. Das Dunkelfeld scheint unfassbar groß", sagte ein Polizeisprecher. Um keine Stammkunden zu verprellen, waren offenbar gezielt weit gereiste Männer ausgewählt worden.
siu/
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