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Russisches Gesetz: Pädophile können sich chemisch kastrieren lassen

Verurteilte Pädophile können sich in Russland künftig freiwillig einer Kastration unterziehen. Die Regierung will damit Härte zeigen. Ärzte warnen, die Behörden seien für die medizinischen Eingriffe nicht ausgestattet.

Moskau - Kinderschänder können in Russland künftig chemisch kastriert werden. Das Parlament in Moskau verabschiedete in dritter und letzter Lesung ein Gesetz über die freiwillige chemische Kastration für Pädophile. Außerdem beschloss die Staatsduma laut der Agentur Interfax, dass Sexualverbrechen an Kindern unter 14 Jahren mit Gefängnis geahndet und nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden dürfen. Das ist dem Bericht zufolge eine Verschärfung der bisherigen Gesetzeslage.

Die Initiative des Kreml war in Russland auf breite Zustimmung gestoßen. "Die Strafe sollte so hart wie möglich ausfallen", hatte Präsident Dmitrij Medwedew im vorigen Jahr gesagt. Gewaltverbrecher in Russland hatten allein 2010 mehr als 2500 Kinder getötet. Viele dieser Mädchen und Jungen wurden Opfer von sexueller Gewalt.

Bei der chemischen Kastration werden mit Arzneimitteln Sexualhormone blockiert, so dass der Sexualtrieb unterdrückt wird. Ärzte hatten gewarnt, das desolate und chronisch unterfinanzierte Gesundheitssystem sei nicht für solche Spezialbehandlungen ausgestattet.

Bereits 2009 hatte Polen ein ähnliches Gesetz verabschiedet. Polnische Gerichte sind seither verpflichtet, Sexualstraftäter, die Minderjährige unter 15 Jahren vergewaltigt oder Inzest mit Kindern begangen haben, zur chemischen Kastration einzuweisen. Zuvor war Richtern vorbehalten, ob sie diese Maßnahme anordnen.

ulz/dpa

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