St. Petersburg Neonazi treibt Prostituierte nackt durch die Stadt - mehr als drei Jahre Haft

"Krieg gegen die Prostitution": Ein Neonazi jagte in Sankt Petersburg mehrere Personen aus einem Bordell durch die Straßen. Nun ist er verurteilt worden - zu dreieinhalb Jahren Lagerhaft.


Im Mai 2016 trieb Wjatscheslaw Dazik mehrere Prostituierte nackt durch die Straßen von Sankt Petersburg. Jetzt hat ein Gericht den russischen Neonazi zu dreieinhalb Jahren Lagerhaft verurteilt. Dem selbst ernannten Tugendwächter, der einen "Krieg gegen die Prostitution" gestartet hatte, werden Hausfriedensbruch, Körperverletzung und Raub vorgeworfen.

Dazik war laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti in ein Bordell auf der Wassili-Insel in St. Petersburg eingedrungen. Insgesamt neun Personen soll er mit einem metallischen Gegenstand bedroht, aus dem Gebäude gejagt und nackt durch die Straßen zu einem Polizeirevier getrieben haben. Dort gab der als Neonazi bekannte Mann laut Gerichtsunterlagen zu Protokoll, er habe die Frauen "in ihrer Arbeitskleidung aufmarschieren lassen wollen".

Aus einem Safe soll er zudem mehr als 50.000 Rubel, knapp 700 Euro, gestohlen haben. Außerdem nahm er einer Prostituierten ein Handy ab, schlug eine Tür ein und verprügelte drei Frauen.

Es ist nicht die erste Verurteilung für Dazik: Erst im März 2016 war er aus einem Gefängnis in Krasnojarsk entlassen worden, wo er eine fünfjährige Haftstrafe wegen eines Raubüberfalls abgesessen hatte. 2007 wurde er nach einer Prügelei dazu verurteilt, sich in psychiatrische Behandlung zu begeben.

Drei Jahre später setzte er sich aus der Klinik ab, floh nach Norwegen und beantragte dort Asyl. Ende 2010 verurteilte ihn ein norwegisches Gericht zu acht Monaten Haft wegen illegalen Waffenbesitzes, 2011 wurde er nach Russland ausgewiesen und dort festgenommen.

ala/bbr/AFP



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