Prozess in Saarbrücken Richterin und Anwälte besichtigen Selbstschussanlage

Wie gefährlich war die Selbstschussanlage im Garten eines 64-jährigen Saarländers für die Öffentlichkeit? Diese Frage sollte nun ein Ortstermin im Wald klären.


Im Prozess um die Selbstschussanlage eines 64-jährigen Mannes aus dem Saarland haben sich Richterin und Anwälte zum Ortstermin getroffen. Sie besichtigten in einem Wald in Saarbrücken die Anlage, die der Angeklagte angeblich gegen Wildschweine installiert hatte. Ein 60-Jähriger war davon im Mai 2017 am Knie verletzt worden.

Der Angeklagte muss sich vor dem Amtsgericht Saarbrücken wegen gefährlicher Körperverletzung und strafbaren Umgangs mit Explosivstoffen verantworten. Die Richterin hatte den 15 Minuten dauernden Ortstermin angeordnet, um beurteilen zu können, wie zugänglich und gefährlich das Gelände für die Öffentlichkeit war.

Der Verteidiger Michael Rehberger sagte anschließend, die Besichtigung sei "ziemlich aufschlussreich" gewesen: "Das Grundstück ist kaum erreichbar und liegt ziemlich versteckt." Der Zugang sei ausschließlich über eine vom Angeklagten gebaute Brücke möglich. Dort befänden sich vier Schilder mit den Hinweisen: "Achtung Knall", "Vorsicht Elektrozaun", "Privatgelände, betreten verboten" und "Betreten verboten".

Zu Prozessbeginn hatte der Angeklagte den Besitz von alten Waffen, Granaten und Zündern eingeräumt. Er sei seit vielen Jahren Sammler von "ehemaligem Kriegsmaterial und so Waffensachen" und habe einen Teil davon auch auf Flohmärkten in Frankreich gekauft, sagte sein Anwalt. Er soll laut Anklageschrift auch mit einem Metalldetektor nach Kriegsmunition gesucht und diese in der eigenen Wohnung und in einer Gartenlaube aufbewahrt haben.

bbr/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.