Rocker Vizechef der "Osmanen Germania" festgenommen

Die Behörden befürchten, dass zwei Rockergruppen den politischen Konflikt in der Türkei auf deutschem Boden austragen könnten. Nun hat die Polizei im Saarland einen Rädelsführer festgenommen.


Nach den Auseinandersetzungen zwischen türkischen und kurdischen Rockergruppen hat die Polizei im Saarland offenbar den Vizepräsidenten der Rockergruppe "Osmanen Germania" festgenommen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, dass ein Mitglied der Rockergruppe festgenommen worden sei.

Der 39-Jährige sei am Abend von Mitgliedern eines Sondereinsatzkommandos in St. Ingbert verhaftet worden, teilte die Polizei laut AFP mit. Der wegen Drogenhandels gesuchte Mann sei vor dem Zugriff der Polizei durch mehrere Gärten geflüchtet, habe letztlich aber festgenommen werden können.

Der Mann wird nach Angaben der Polizei auch verdächtigt, Anfang August an einem Handgranatenangriff auf ein Shischa-Café in Saarbrücken beteiligt gewesen zu sein. Das Café gilt als Treffpunkt der rivalisierenden kurdischen Rockergruppe "Bahoz". Die Gruppe wird ihrerseits hinter mehreren Angriffen auf die türkisch-nationalistische Rockergruppe "Osmanen Germania" vermutet, bei denen in der saarländischen Landeshauptstadt zwei Mitglieder der Gruppe verletzt wurden.

Nach SPIEGEL-Informationen sieht Baden-Württembergs Landeskriminalamt (LKA) in den Auseinandersetzungen zwischen den Rockergruppen eine Folge des politischen Konflikts in der Türkei - und warnt vor einer Eskalation der Gewalt. Aus einem vertraulichen Lagebericht geht hervor, dass die verfeindeten Gangs "Osmania Germania" und "Bahoz" den "aktuell in der Türkei stattfindenden politischen Kampf auch in Deutschland" austragen. Bei einem Aufeinandertreffen der Gruppen müsse "mit exzessiver Gewalt" und dem Einsatz scharfer Schusswaffen gerechnet werden.

kry/AFP



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