ZDF-Team beschimpft LKA-Mann muss seinen Hut nehmen

Der LKA-Buchprüfer Maik G., der Journalisten in Dresden anpöbelte, darf nicht länger für die Polizei arbeiten. Vor der Entscheidung hatte es ein klärendes Gespräch gegeben.

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Der Mitarbeiter des sächsischen Landeskriminalamts (LKA), der bei einer Demonstration in Dresden Journalisten beschimpft hatte, verlässt den Polizeidienst. Er wird laut LKA mit seiner Zustimmung eine andere Tätigkeit außerhalb der Polizei Sachsen wahrnehmen. Beim Freistaat Sachsen bleibe er aber angestellt, sagte ein Sprecher.

Der Wechsel werde zum 3. September wirksam. Der Entscheidung sei ein Gespräch mit dem Mann und seinem Anwalt vorausgegangen. Der Beschäftigte habe die Gelegenheit gehabt, seine Sicht auf den Sachverhalt zu schildern. Wo der Mann nun tätig ist, sagte der LKA-Sprecher aus Datenschutzgründen nicht. Man prüfe weiterhin arbeitsrechtliche Konsequenzen hieß es. Um welche es sich handeln könnte, sagte der Sprecher nicht.

Maik G. arbeitete als Buchprüfer beim LKA. Er hatte sich beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Dresden am 16. August an einer AfD- und Pegida-Demonstration beteiligt. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie er Reportern des ZDF "Lügenpresse" zurief.

Dann forderte er die Journalisten auf, mit ihm zu Polizisten zu gehen, die in der Nähe standen. Daraufhin kontrollierten die Beamten das Filmteam und hielten es etwa eine Dreiviertelstunde lang fest. Der Einsatz löste Kritik aus und wurde als Eingriff in die Pressefreiheit gewertet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel kommentierte den Vorgang. Dresdens Polizeipräsident bat um Entschuldigung.

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jpz/AFP/dpa



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