Anschlag auf Asylunterkunft Lange Haftstrafen für Brandstifter von Salzhemmendorf

Weil er einen Brandsatz auf eine Asylunterkunft in Salzhemmendorf geworfen hat, ist ein Mann zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Seine Mittäter erhielten Haftstrafen von sieben und viereinhalb Jahren.

Angeklagte in Salzhemmendorf (Archiv)
DPA

Angeklagte in Salzhemmendorf (Archiv)


Das Landgericht Hannover hat drei Angeklagte wegen des Brandanschlags auf eine Asylunterkunft in Salzhemmendorf zu Haftstrafen verurteilt. Der Haupttäter Dennis L., der einen Molotowcocktail in das Haus geworfen hatte, muss acht Jahre in Haft - wegen versuchten Mordes und Brandstiftung.

Sein Helfer Sascha D., ein freiwilliger Feuerwehrmann, der später beim Löscheinsatz mit dabei war, wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt. Außerdem wurde bei ihm ein Alkoholentzug angeordnet. Saskia B. erhielt viereinhalb Jahre Freiheitsstrafe. Die Frau hatte die Männer zum Tatort gefahren.

Mit dem Strafmaß folgte das Gericht in etwa den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger hatten für mildere Strafe plädiert.

Der Brandsatz war in der Nacht zum 28. August 2015 durch ein geschlossenes Fenster in die Wohnung einer Familie aus Simbabwe geflogen. Nur weil ein Junge bei seiner Mutter schlief, wurde niemand verletzt. Die von einem Nachbarn alarmierte Feuerwehr konnte die Flammen löschen, bevor sie auf andere Räume übergriffen.

Die Angeklagten hatten zum Prozessauftakt die Tat gestanden. Sie stritten eine fremdenfeindliche Gesinnung ab. Hauptauslöser sei wohl der Alkohol gewesen, gaben sie an. Ein Gutachter widersprach dem jedoch. Auch die Auswertungen ihrer Handys und Aussagen von Zeugen ergaben ein anderes Bild.

Das rechtsradikale, fremdenfeindliche Weltbild der Angeklagten sei Auslöser der Tat gewesen, betonte der Vorsitzende Richter nun auch in der Urteilsbegründung. "Grundlage war der nationalsozialistisch unterlegte Rassenhass aller drei Angeklagten." Dem Trio sei bewusst gewesen, dass bei dem Anschlag Menschen sterben können. "Das haben sie billigend in Kauf genommen."

ulz/wit/dpa

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