Brandanschlag in Salzhemmendorf Mutmaßlicher Haupttäter trägt Nazi-Tattoos

Den Brandanschlag auf eine Flüchtlingswohnung in Salzhemmendorf haben die Angeklagten gestanden, fremdenfeindliche Motive bestreiten sie. Die Tätowierungen des mutmaßlichen Haupttäters werfen jedoch Fragen auf.


Im Prozess um den Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft im niedersächsischen Salzhemmendorf sind weitere Details aus der Tatnacht und über den mutmaßlichen Haupttäter bekannt geworden. Am dritten Verhandlungstag beschrieb ein Ermittlungsbeamter des Staatsschutzes im Landgericht Hannover die Tätowierungen des 31-jährigen Mannes.

Der Angeklagte trägt demnach auf der Brust ein Wikingerschiff mit einer Odal-Rune und auf dem Arm einen Wikinger mit einem Totenkopfring. Die Embleme seien von der SS und auch von der in den Neunzigerjahren verbotenen Neonazi-Organisation Wiking-Jugend benutzt worden, sagte der Polizist. "Es ist klar für uns Staatsschützer, was solche Tätowierungen aussagen." Fotos der Tattoos wurden erst jetzt in die Prozessakten aufgenommen.

Mit dem 31-Jährigen müssen sich ein 25-Jähriger sowie eine 24 Jahre alte Frau wegen gemeinschaftlich versuchten Mordes verantworten. Sie hatten zum Prozessauftakt die Tat gestanden, eine fremdenfeindliche Gesinnung aber abgestritten.

Den Geständnissen zufolge war es der 31-Jährige, der den Brandsatz in die Wohnung einer Familie aus Simbabwe schleuderte. Niemand wurde verletzt, weil der elfjährige Sohn in der Tatnacht ausnahmsweise im Zimmer seiner Mutter geschlafen hatte.

hut/dpa



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