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1000 Peitschenhiebe für Kritik am Islam: Menschenrechtler protestieren gegen Strafe für saudiarabischen Blogger

50 Peitschenhiebe hat Raif Badawi bereits bekommen, weil der saudiarabische Blogger den Islam beleidigt haben soll. 1000 Hiebe sollen es insgesamt werden. Doch international regt sich nun Protest.

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AP

König Abdullah

Dschidda/Brüssel - Nach der Auspeitschung des saudiarabischen Bloggers Raif Badawi wegen "Beleidigung des Islam" haben Menschenrechtler die Aufhebung des Urteils gefordert. Die Organisation Human Rights Watch forderte König Abdullah auf, die Verurteilung Badawis zu zehn Jahren Haft und tausend Peitschenhieben aufzuheben und den Blogger "umgehend zu begnadigen".

Regionaldirektorin Sarah Leah Whitson sagte, es sende "eine abscheuliche Botschaft der Intoleranz", einen friedlichen Aktivisten für die Äußerung seiner Meinung öffentlich auszupeitschen.

Badawi hatte am Freitag nahe der Al-Dschafali-Moschee in Dschidda die ersten 50 Peitschenhiebe erhalten. Die Strafe von 1000 Peitschenhieben soll über 20 Wochen aufgeteilt werden.

Der 30-jährige Aktivist hatte auf seiner Internetseite Liberal Saudi Network immer wieder die Religionspolizei für ihre harte Durchsetzung der in dem wahhabitischen Königreich vorherrschenden strengen Auslegung des Islam kritisiert. Im Jahr 2012 wurde er deshalb festgenommen und im November wegen "Beleidigung des Islam" verurteilt.

Auch die EU kritisiert das Vorgehen. "Die Prügelstrafe ist inakzeptabel und (steht) im Gegensatz zur Menschenwürde", teilte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini in Brüssel mit. Saudi-Arabien solle eine Abschaffung von Auspeitschungen überdenken. Die Strafe verstoße unter anderem gegen die Anti-Folter-Konvention, die das Land ratifiziert habe. "Diese grausame Art von Bestrafung ist menschenunwürdig", sagte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer (SPD).

Auch Amnesty International, die US-Regierung und die Organisation Reporter ohne Grenzen verurteilten die Auspeitschung. Badawi habe "sich nichts anderes zuschulden kommen lassen, als es gewagt zu haben, ein öffentliches Forum für Debatten zu schaffen", teilte Amnesty mit.

stk/AFP/dpa

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