Bluttat in Oregon Mann erschießt mehrere Menschen an US-College

Ein 26 Jahre alter Mann hat in einem College im US-Bundesstaat Oregon um sich geschossen. Mindestens zehn Menschen starben. Der Schütze wurde bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. Was war sein Motiv?

Aaron Yost/Roseburg News-Review via AP

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"Es war ein schrecklicher Tag", bilanzierte John Hanlin, der Sheriff von Douglas County, die zurückliegenden Stunden am College von Roseburg im US-Bundesstaat Oregon.

Um 10.38 Uhr am Morgen seien bei der Polizei die ersten Notrufe eingegangen: Ein bewaffneter Mann sei auf dem Gelände. Er habe eine Waffe bei sich. Es seien bereits Schüsse gefallen.

Binnen Minuten waren die ersten Polizisten vor Ort, so schilderte es Sheriff Hanlin sichtlich erschüttert bei einer ersten Pressekonferenz. Die Beamten hätten den Mann in einem der Gebäude entdeckt, es sei zu einem Schusswechsel zwischen ihm und den Polizisten gekommen, sagte Hanlin. Der Täter starb. Ob er sich selbst das Leben nahm, oder ob Polizisten ihn erschossen, ist bisher unklar.

Nach seinem Tod hätten Einsatzkräfte das Gelände der Umpqua-Hochschule weiter durchforstet. Man wolle sicher gehen, dass keine weiteren Gefahren drohen, sagte Hanlin. Polizei und Feuerwehr waren im Großeinsatz, Sprengstoffexperten mit Hunden suchten die großen Parkplätze nach Bomben ab.

Video: Mehrere Tote nach Schüssen an US-College

REUTERS
Mindestens zehn Menschen sind tot, der Täter eingerechnet. Sieben weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Zuvor hatten Behörden von 13 Todesopfern gesprochen. Beim Täter handelt es sich Behördenangaben zufolge um einen 26 Jahre alten Mann. Zuvor hatte Oregons Gouverneurin Kate Brown sein Alter mit 20 angegeben. "Unsere oberste Priorität ist jetzt die medizinische Behandlung der Opfer und die Sicherheit auf dem Campus", sagte sie.

Über das Motiv des Mannes ist bisher nichts bekannt. Eine 18-jährige Zeugin des Vorfalls berichtete US-Medien, er habe die Studenten am Umpqua College nach ihrer Religion gefragt, bevor er das Feuer eröffnete. Andere Studenten sagten, er sei gezielt von Raum zu Raum gegangen und habe systematisch auf seine Opfer geschossen.

Schon wieder

Schon wieder Schüsse an einem US-College. Schon wieder trauern Menschen um ihre Angehörigen und Freunde, die bei einer solchen Tat ums Leben gekommen sind. Nach Marysville, nach Newtown, nach Washington.

Nun also Roseburg, die 22.000 Einwohner-Stadt rund 400 Kilometer südlich von Portland. Am Umpqua Community College sind etwa 3000 Vollzeit- und 16.000 Teilzeitstudenten eingeschrieben, auf dem Campus stehen 18 Gebäude. Laut CNN handelt es sich aber eher um eine Einrichtung zur Erwachsenenbildung - der Altersdurchschnitt lag im akademischen Jahr 2013/2014 bei 38 Jahren.

Es gehe über ihre Vorstellungskraft hinaus, sagte die US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton, "dass wir diese Massenmorde immer wieder und wieder und wieder sehen". Wenige Stunden nach der Tat trat Präsident Barack Obama im Weißen Haus vor die Presse. Mit deutlichen Worten forderte er strengere Waffengesetze in den USA. Schon wieder.

Obama im O-Ton: "Wir sind abgestumpft"


Zusammengefasst: Ein 26 Jahre alter Mann hat in einem US-College in der Stadt Roseburg (Oregon) das Feuer eröffnet. Zehn Menschen kamen dabei ums Leben, der Schütze starb bei einem Schusswechsel mit der Polizei. Das Motiv ist bisher unklar. US-Präsident Barack Obama forderte in einer ersten Reaktion strengere Waffengesetze.

aar/dpa/AP

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