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Washington: Zwölf Menschen starben bei Schießerei auf Navy-Stützpunkt

Todesschüsse auf einem Stützpunkt der US-Marine in Washington: Mindestens zwölf Menschen sind umgekommen - darunter ein mutmaßlicher Täter. Die Polizei fahndet noch nach einem weiteren Verdächtigen. Das Motiv für die Schießerei ist unklar.

Washington - Auf einem Stützpunkt der US-Marine in Washington sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Außerdem seien mehrere Menschen verletzt worden, teilten Washingtons Bürgermeister Vincent Gray und die Polizeichefin der Stadt, Cathy Lanier, am Montag mit. "Wir haben keinen Hinweis auf ein Motiv", sagte Lanier. Für einen terroristischen Hintergrund gebe es derzeit keine Anzeichen.

Mindestens ein Mann hatte am Montagmorgen in einem Kommando- und Verwaltungszentrum der US-Marine im Südosten Washingtons das Feuer eröffnet, der Alarm wurde gegen 8.20 Uhr Ortszeit ausgelöst. Die Polizei teilte mit, einen mutmaßlichen Schützen getötet zu haben.

Über die Identität des getöteten Verdächtigen wurden von offizieller Seite zunächst keine Angaben gemacht. Der TV-Sender NBC meldete, es handele sich um einen 34-Jährigen aus dem Bundesstaat Texas. Er habe kürzlich begonnen, als externer Mitarbeiter in dem Navy Yard zu arbeiten. Er sei mit einem Sturmgewehr und anderen Waffen ausgestattet gewesen.

Die Polizei suchte zunächst nach zwei weiteren Verdächtigen. Beide würden eine Militäruniform tragen und könnten bewaffnet sein. Einen der beiden wurde nach kurzer Zeit entlastet. Der Gesuchte sei identifiziert worden und nicht verdächtig, teilte die Polizei am Montag über den Kurzbotschaftendienst Twitter mit. An den Ermittlungen sind auch die Bundespolizei FBI und die Strafverfolgungsbehörde der Navy NCIS beteiligt.

Zeugen schilderten, wie sie im zweiten Stock des Gebäudes einem Schützen begegnet seien. Er sei ganz in Blau gekleidet gewesen, habe sich ohne ein Wort umgedreht und zu feuern begonnen, aber zu hoch gezielt und sie verfehlt. Eine andere Zeugin saß in der Cafeteria, als plötzlich Kugeln einschlugen, "drei Schüsse hintereinander, dann wieder vier - und wir rannten weg", sagte sie einem Reporter.

In der Hauptstadt herrschte Ausnahmezustand. Die Gegend um das Navy-Gelände wurde abgesperrt, Busse wurden umgeleitet und Schulen besonders geschützt. Über dem Marine-Stützpunkt kreiste ein Helikopter, mit dem offenbar Verletzte in Sicherheit gebracht wurden. Die Sicherheitsvorkehrungen am Weißen Haus und am Kapitol wurden verstärkt, die Menschen rund um den Tatort wurden aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben. Der Flughafen der Stadt setzte den Flugverkehr vorübergehend aus.

Washingtons Bürgermeister Vincent Gray sprach von einer "schrecklichen Tragödie". Bislang sei davon auszugehen, dass es sich um ein "isoliertes Ereignis" handele. Die Schießerei habe sich in einem schwer bewachten Gebäude des Marinestützpunktes ereignet. In dem Komplex arbeiten laut Navy rund 3000 Menschen.

Auf einer Pressekonferenz zur US-Wirtschaft widmete sich Präsident Barack Obama zunächst der Tragödie auf dem Navy-Stützpunkt. Er bezeichnete die Tat als "feigen Akt". "Es war eine Schießerei, die auf Militär- und Zivilpersonal abzielte", sagte Obama. "Sie sind Patrioten, und sie kennen die Gefahr, in Übersee zu dienen, aber heute trat ihnen die unglaubliche Gewalt entgegen, die sie hier zu Hause nicht erwartet hätten." Es werde alles getan, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

sun/hut/dpa/Reuters/AFP/AP

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