Reaktionen "Nicht einmal Kinder sind bei uns sicher"

Die USA trauern um die Opfer des Blutbads von Newtown. Mit Entsetzen und Fassungslosigkeit reagiert die Welt auf das Geschehen, Staatschefs drücken ihr Mitgefühl aus. In Amerika zeichnet sich zudem eine neue Debatte über die Waffengesetze des Landes ab.


US-Präsident Barack Obama: "Uns ist heute das Herz zerbrochen"

US-Präsident Barack Obama: "Wir werden unsere Kinder etwas fester in den Arm nehmen"
AP

US-Präsident Barack Obama: "Wir werden unsere Kinder etwas fester in den Arm nehmen"

"Zu oft haben wir in den vergangenen Jahren solche Tragödien erlebt. Und jedes Mal, wenn ich solche Nachrichten höre, reagiere ich nicht als Präsident, sondern wie ein Vater. (…) Uns ist heute das Herz zerbrochen. Die Mehrheit der Opfer waren Kinder - wunderschöne kleine Kinder zwischen fünf und zehn Jahren. Sie hatten ihr ganzes Leben noch vor sich: Geburtstage, Schulabschlüsse, Hochzeiten, eigene Kinder. (…) Michelle und ich werden tun, was alle Eltern in Amerika heute tun, wir werden unsere Kinder etwas fester in den Arm nehmen. Aber es gibt Familien in Connecticut, die das heute Abend nicht tun können, und sie alle brauchen uns jetzt. Unser Mitgefühl gehört ebenso den Eltern, die das Glück haben, ihre Kinder heute Abend in die Arme schließen können. Aber sie wissen, dass ihnen ihre Unschuld zu früh genommen wurde. (…) Egal, ob es eine Grundschule in Newtown ist, ein Einkaufszentrum in Oregon, ein Tempel in Wisconsin, ein Kino in Aurora oder eine Straßenecke von Chicago: Es geht um unser Zuhause, es geht um unsere Kinder."


New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg: "Nicht einmal Kinder sind bei uns sicher"

Michael Bloomberg: "Das muss ein Ende haben"
AFP

Michael Bloomberg: "Das muss ein Ende haben"

"Obwohl in unserem Land so viel Blut durch Schusswaffen vergossen wird, kann man unmöglich glauben, dass ein Amoklauf in einem Kindergarten passieren konnte. Nicht einmal kleine Kinder, die das Abc lernen, sind bei uns noch sicher.

Nach dem Amoklauf von Columbine hieß es, es sei zu früh, um über Waffengesetze zu diskutieren. Dasselbe hörten wir nach den Vorfällen an der Virginia Tech. Nach Tuscon, Aurora und Oak Creek. Und auch jetzt hören wir es wieder. An jedem Tag, den wir warten, sterben 34 Menschen durch den Schuss einer Waffe. Heute waren viele der Opfer gerade einmal fünf Jahre alt.

Präsident Obama hat heute den Familien in Newtown von Herzen sein Beileid ausgesprochen. Aber den Leuten würde es mehr helfen, wenn er einen entsprechenden Gesetzentwurf durchbringen würde, der das Problem behebt. Der Ruf nach "tatkräftigem Handeln" reicht nicht. Was wir brauchen, sind unmittelbare Veränderungen. Wir haben all die Phrasen bereits gehört. Was wir aber nicht gesehen haben: dass jemand die Sache in die Hand genommen hat - weder das Weiße Haus noch der Kongress. Das muss ein Ende haben. Die Ereignisse von Newtown sind eine nationale Tragödie, die nach nationaler Verantwortung verlangt. Mein tiefstes Mitgefühl gehört den betroffenen Familien. Heute ist meine Entschlossenheit, diesen Wahnsinn zu stoppen, größer denn je."


Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Es macht mir das Herz schwer"

Angela Merkel: "Die Nachrichten machen mich tieftraurig"
dapd

Angela Merkel: "Die Nachrichten machen mich tieftraurig"

"Die Nachrichten aus Newtown machen mich tieftraurig. Wieder einmal stehen wir voller Entsetzen vor einer Tat, die wir nicht begreifen können. (...) Der Gedanke an die ermordeten Schüler und Lehrer macht mir das Herz schwer. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen, ihnen wünsche ich Kraft und Zuspruch, mögen sie in ihrem Schmerz nicht allein bleiben."


Papst Benedikt XVI.: "Macht der Vergebung"

Papst Benedikt XVI.: Bitte um Trost
AFP

Papst Benedikt XVI.: Bitte um Trost

"Ich bitte Gott, unseren Vater, all denen Trost zu spenden, die trauern, und der gesamten Gemeinde die spirituelle Kraft zu geben, die mit der Macht der Vergebung, Hoffnung und versöhnender Liebe über Gewalt triumphiert."


Queen Elizabeth: "Schockiert und tieftraurig"

Queen Elizabeth: Bestürzt darüber, dass so viele Kinder unter den Toten sind
REUTERS

Queen Elizabeth: Bestürzt darüber, dass so viele Kinder unter den Toten sind

"Ich bin schockiert und tieftraurig aufgrund der schrecklichen Verluste in Newtown, Connecticut. Besonders bestürzt bin ich darüber, dass so viele der Toten Kinder sind."


Großbritanniens Premier David Cameron: "Meine Gedanken sind bei den Opfern"

David Cameron: "Sie hatten noch ihr ganzes Leben vor sich"
AFP

David Cameron: "Sie hatten noch ihr ganzes Leben vor sich"

"Ich bin schockiert und tieftraurig wegen der schrecklichen Ereignisse an der Sandy-Hook-Grundschule in Connecticut, die so viele unschuldige Menschen das Leben gekostet haben. Meine Gedanken sind bei den Opfern, bei denjenigen, die einen geliebten Menschen verloren haben. Es bricht einem das Herz, daran zu denken, dass Eltern ein Kind so früh genommen worden ist. Sie hatten noch ihr ganzes Leben vor sich.

Ich spreche den Familien, Präsident Obama, Gouverneur Malloy und dem amerikanischen Volk mein Beileid aus. Die Gedanken des britischen Volkes sind bei den Amerikanern in dieser schweren Zeit."


Frankreichs Präsident François Hollande: "Ich bin entsetzt"

François Hollande: "Ich spreche mein Beileid aus und auch das meines Volkes"
AFP

François Hollande: "Ich spreche mein Beileid aus und auch das meines Volkes"

"Die Nachricht von der heutigen Schießerei an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown, Connecticut hat mich entsetzt. Aufgrund dieser schrecklichen Ereignisse möchte ich mein Mitgefühl und meine Bestürzung über diesen schrecklichen Akt der Gewalt ausdrücken. In dieser für die USA schmerzhaften Zeit spreche ich mein Beileid aus und auch das meines Volkes."


Stephen Harper, Premierminister Kanada: "Sinnlose Gewalt"

Stephen Harper: Mit den Gedanken in Connecticut
REUTERS

Stephen Harper: Mit den Gedanken in Connecticut

"Die Nachrichten sind einfach schrecklich. Die Gedanken und Gebete der Kanadier sind bei den Schülern und Familien in Connecticut, die Opfer dieser sinnlosen Gewalt wurden."


Mark Kelly, Ehemann der Politikerin Gabrielle Giffords: "Wir müssen eine konstruktive Diskussion über unsere Waffengesetze führen"

Mark Kelly: Wir müssen die regierenden Politiker dazu ermahnen, aufzustehen
REUTERS

Mark Kelly: Wir müssen die regierenden Politiker dazu ermahnen, aufzustehen

"Ich war gerade in meinem Hotelzimmer in Peking wach geworden, als ich erfahren musste, dass es ein weiteres Blutbad in Amerika gegeben hat - dieses Mal an der Sandy-Hook-Grundschule in Connecticut. Meine Gedanken und Gebete sind an die Familien der Opfer und an alle Bewohner von Newtown gerichtet. Ich habe gerade eben mit Gabby telefoniert, und auch sie schickt all ihr Mitgefühl aus Tuscon.

Während wir trauern, müssen wir auch die regierenden Politiker dazu ermahnen, aufzustehen und das Richtige zu tun. Dieses Mal muss unsere Reaktion über die Trauer hinausgehen. Die Kinder der Sandy-Hook-Grundschule und alle Opfer durch Waffengewalt verdienen Mitmenschen, die den Mut haben, eine konstruktive Diskussion über unsere Waffengesetze zu führen. Darüber, wie sie reformiert werden können und so weitere Gewalt durch Waffen vermeiden."


Frank DeAngelis, Schuldirektor der Columbine-Highschool: "Ganz plötzlich verlierst du dein Leben"

Frank DeAngelis: Wir müssen als Gesellschaft zusammenrücken
AP

Frank DeAngelis: Wir müssen als Gesellschaft zusammenrücken

Frank DeAngelis, Schuldirektor der Columbine-Highschool (im "Guardian"): "Du besuchst ein Kino in Aurora, und ganz plötzlich verlierst du dein Leben. Du gehst in ein Einkaufszentrum in Portland, und ganz plötzlich verlierst du dein Leben. Heute Morgen verabschiedeten die Eltern ihre Kinder in dem Gedanken, gemeinsam ein fröhliches Weihnachtsfest zu feiern. Man rechnet einfach nicht damit, dass so etwas passiert. Wir müssen als Gesellschaft zusammenrücken. Diese sinnlosen Tode müssen aufhören."



© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.