Landgericht Berlin Schlägerei unter Großfamilien - ein Verletzter

Im Berliner Landgericht sind Mitglieder zweier Großfamilien aufeinander losgegangen. Mobiliar ging zu Bruch, ein Wachtmeister musste ins Krankenhaus. Es brauchte rund 30 Sicherheitskräfte, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Von Thomas Heise

Zerstörte Bank im Landgericht Berlin: Faustschlag ins Gesicht
SPIEGEL TV

Zerstörte Bank im Landgericht Berlin: Faustschlag ins Gesicht


Im Saal 101 des Berliner Landgerichtes haben sich am Freitagmittag Mitglieder zweier Großfamilien eine Schlägerei geliefert. Mobiliar ging zu Bruch, ein Vollzugsbeamter wurde verletzt.

Im Prozess muss sich ein Mitglied einer afghanischen Familie dafür verantworten, ein Mitglied des libanesischen Abou-Chaker-Clans in einem Sportstudio angegriffen zu haben. Die beiden Familien sind sich spinnefeind; es gab in der Vergangenheit bereits Auseinandersetzungen in Berlin-Neukölln, es ist nicht das erste Aufeinandertreffen der beiden Familien vor Gericht.

Doch dieses Mal eskalierte die Situation. Der kleine Saal war gut gefüllt mit rund zehn Unterstützern der beiden Familien. Kurz nach Verhandlungsbeginn wurde ein Kriminalkommissar vernommen, als es auf den Zuschauerplätzen unruhig wurde. Ein Begleiter der Abou-Chakers habe einem Mitglied der afghanischen Familie mit der Faust ins Gesicht geschlagen, so ein Zeuge aus dem Gerichtssaal zu SPIEGEL TV. Angeblich hatten die Abou-Chakers verbal provoziert, woraufhin ein Mitglied der Gegenseite bat, damit aufzuhören.

Was dann im Saal 101 passierte, komme zum "Glück sonst nicht vor", wie Gerichtssprecher Tobias Kähne sagte. Gut zwei Minuten lang prügelten beide Parteien aufeinander ein. Eine Holztür, die die Zuschauerbänke vom Verhandlungssaal trennt, ging zu Bruch. Eine schwere Eichenbank und ein Mülleimer flogen durch die Luft. Wachtmeister des Gerichts und Polizisten versuchten, die Beteiligten zu trennen. Der Richter floh in seinen Besprechungsraum.

Ein Wachtmeister wurde offenbar von einer Wasserflasche getroffen und ging zu Boden. Er musste ins Krankenhaus. Schließlich gelang es rund 30 Sicherheitskräften, die Parteien zu trennen.

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