Spanischer Urlaubsort: Schlag gegen Russen-Mafia in Lloret de Mar

Es geht um Geldwäsche, Urkundenfälschung und Unterschlagung: Spanische Ermittler haben in Lloret de Mar vier mutmaßliche Mitglieder der russischen Mafia festgenommen. Bei der Aktion wurden auch Büros im Rathaus des Badeorts durchsucht.

Madrid - In Lloret de Mar ist den spanischen Behörden ein Schlag gegen die russische Mafia gelungen. Vier Menschen seien in dem Urlaubszentrum an der Costa Brava bei einer Aktion gegen das organisierte Verbrechen festgenommen worden, teilte die Guardia Civil mit. Die aufgeflogene Gruppe könne enge Beziehungen zum russischen Mafia-Boss Semion Mogilewitsch unterhalten haben. Mogilewitsch stehe auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher der US-Bundespolizei FBI, heißt es auf der Homepage der dem Innenministerium unterstellten Polizeieinheit.

Bei den Festgenommenen handelt es sich den Angaben zufolge um drei Russen - einen Unternehmer, dessen Vater und eine Frau - sowie um eine spanische Architektin. Der Chef der Gruppe lebe den Erkenntnissen zufolge jedoch in Russland. Er habe in Spanien Unternehmen geführt, die der Geldwäsche in Höhe von mindestens 56 Millionen Euro, der Urkundenfälschung und Unterschlagung beschuldigt würden, hieß es.

Bei der Aktion durchsuchten Beamte der Guardia Civil unter Leitung von Antikorruptions-Staatsanwalt Fernando Bermejo am Freitag auch Büros im Rathaus von Lloret. "Es wird weder gegen Politiker noch gegen Stadtbeamte ermittelt", sagte Bürgermeister Romà Codina. Bei den Ermittlungen gegen die Russen-Mafia würden jedoch Städtebauprojekte wie die Errichtung eines Einkaufszentrums, an denen die Festgenommenen beteiligt gewesen seien, unter die Lupe genommen, so die Behörden. Der festgenommene Unternehmer habe lokale Fußball- und Eishockey-Teams gesponsert.

wit/dpa

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