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Schlag gegen Schmuggler: Ermittler entdecken 130 Kilogramm Kokain

Der Schwarzmarktwert liegt bei mehreren Millionen Euro, so ein großer Fund gelang lange nicht: Ermittler haben in Reutlingen 130 Kilogramm Kokain bei einer Schmugglerbande entdeckt. Acht Tatverdächtige wurden festgenommen.

Fette Beute: Das LKA präsentierte das sichergestellte Kokain Zur Großansicht
dapd/ LKA

Fette Beute: Das LKA präsentierte das sichergestellte Kokain

Stuttgart - Im Kampf gegen die Rauschgiftkriminalität haben Ermittler den größten Kokainfund in Baden-Württemberg seit über 20 Jahren gemacht. Die Beamten beschlagnahmten im Landkreis Reutlingen 130 Kilogramm der Droge, wie die Staatsanwaltschaft Tübingen und die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) am Dienstag mitteilten.

Der Schwarzmarktwert wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Acht mutmaßliche Mitglieder der Bande aus Kolumbien wurden festgenommen. Das Kokain sollte in ganz Europa weiterverkauft werden.

Die Bande war seit Juli im Visier der Ermittler. Der Zugriff erfolgte am 9. Dezember. In Baden-Württemberg und in den Niederlanden wurden sechs Tatverdächtige festgenommen. Gleichzeitig stellten die Beamten die 130 Kilogramm Kokain sicher. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um die größte beschlagnahmte Menge dieser Droge in Baden-Württemberg seit 1989.

SEK griff bei der Drogenübergabe zu

Gegen vier weitere Mitglieder der Bande hat die Staatsanwaltschaft Tübingen Haftbefehle erwirkt, von denen zwei in den Niederlanden vollstreckt werden konnten. Zwei weitere Tatverdächtige sind auf der Flucht.

Die international agierende Bande aus Kolumbien soll große Mengen Kokain aus Südamerika nach Europa geschmuggelt haben. Das sichergestellte Rauschgift wurde zunächst auf dem Seeweg nach Europa gebracht und dann auf dem Landweg bis in den Landkreis Reutlingen transportiert. Bei der Übergabe griffen die Spezialeinsatzkräfte zu.

Bei den festgenommenen Personen handelt es sich den Angaben zufolge um vier Kolumbianer im Alter von 24 bis 51 Jahren, einen Argentinier, einen Albaner sowie um einen 76-jährigen Niederländer und dessen in Kolumbien geborenen Adoptivsohn.

Die Sicherstellung dieser großen Kokainmenge bestätige die Einschätzung der Ermittlungsbehörden, dass organisierte Banden verstärkt versuchten, neue Schmuggelwege von Südamerika nach Europa zu etablieren, sagte ein Sprecher. Dabei fungiere Deutschland häufig als Transitland.

bim/dapd

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