Gesprengte Geldautomaten Erfolglose Panzerknacker-Bande festgenommen

Bundesweit steigt die Zahl gesprengter Geldautomaten. Schleswig-Holstein war davon bislang wenig betroffen. Doch nun hat die Polizei eine Bande von Panzerknackern dingfest gemacht.


Die Polizei in Schleswig-Holstein hat eine Bande erfolgloser Panzerknacker ausgehoben. Die Männer hatten nach Angaben des Landeskriminalamts seit Mitte Januar in mindestens neun Orten des Landes versucht, in Selbstbedienungsfilialen aufgestellte Geldautomaten zu sprengen.

In keinem Fall seien die Täter an Bargeld gelangt, teilten LKA und Staatsanwaltschaft Flensburg mit. In der Nacht zum Montag nahm die Polizei drei Männer fest, die in Schwentinental bei Kiel einen Geldautomaten gesprengt hatten.

Sie hatten den Angaben zufolge den Automaten aus dem Eingangsbereich einer Disco und einer Spielhalle geholt und später in einem Wald gesprengt. Der durch die Explosion aufmerksam gewordenen Polizei gelang es, drei Verdächtige im Alter von 24, 26, und 34 Jahren aus der Umgebung von Heide festzunehmen. Zwei weitere konnten entkommen.

Die Männer hatten den Geldautomaten mit einem Auto weggebracht, das sie im Februar in Kiel gestohlen hatten. Ihnen gelang es zwar, den Automaten zu sprengen, der eigentliche Tresor blieb aber unversehrt.

Bislang ist Schleswig-Holstein laut dem Bundeskriminalamt wenig von Geldautomatensprengern heimgesucht worden. In den Jahren 2014 bis 2015 wurde nur ein Fall in Deutschlands nördlichstem Bundesland registriert. Den traurigen Rekord hält Nordrhein-Westfalen. Im besagten Zeitraum kam es dort zu 49 Sprengungen von Geldautomaten. Die Fallzahlen steigen seitdem stark: Allein in den vergangenen Monaten explodierten mehr als 60 Geldautomaten.

msc/dpa



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