Schmerzensgeld: Gericht weist Klage wegen mangelhafter Brustimplantate ab

Eine 62-Jährige hat 100.000 Euro Schmerzensgeld vom TÜV-Rheinland gefordert - weil dieser die mangelhaften Brustimplantate des französischen Herstellers PIP nicht ausreichend kontrolliert haben soll. Das Landgericht Frankenthal sah jedoch nicht genug Beweise für die Vorwürfe der Frau.

Frankenthal - Die Klage einer Frau aus Ludwigshafen auf 100.000 Euro Schmerzensgeld wegen mangelhafter Brustimplantate ist abgewiesen worden. Diese Entscheidung verkündete das Landgericht Frankenthal. Die Klägerin habe nicht ausreichend bewiesen, dass die Implantate ihrer Gesundheit geschadet hätten, sagte die Richterin. Die Frau hatte dem TÜV-Rheinland vorgeworfen, die französische Herstellerfirma nicht ausreichend überwacht zu haben.

Die inzwischen insolvente Poly Implant Prothèse (PIP) soll in Hunderttausenden Fällen billiges Industriesilikon in Brustimplantate gefüllt haben. Auch in Deutschland wurden diese verkauft. Ein Fall beschäftigt auch das Landgericht Karlsruhe, eine Entscheidung gibt es dort aber noch nicht.

Die Frankenthaler Richterin sagte, es fehlten Beweis dafür, dass in den Brustimplantaten der Klägerin tatsächlich Industriesilikon enthalten gewesen sei. Zudem sei nicht erwiesen, dass der TÜV überhaupt hätte überprüfen müssen, welches Silikon enthalten gewesen sei.

Die Anwältin der Klägerin hatte bereits vor dem Gerichtstermin angekündigt, in Berufung zu gehen, sollte die Klage scheitern. Der TÜV habe seine Pflichten vernachlässigt, dazu hätten Analysen der Implantate und unangekündigte Besuche bei PIP gehört.

Die Klägerin hatte sich die Silikonpolster nach einer Operation zur Krebsvorsorge einsetzen lassen und über anschließende gesundheitliche Probleme berichtet. Der TÜV hatte die Vorwürfe in einer ersten Verhandlung im Januar zurückgewiesen und erklärt, alle Richtlinien eingehalten zu haben.

wit/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Justiz
RSS
alles zum Thema Brustimplantate
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
Fotostrecke
Medizinprodukte: Risiko mit System