Hamburg - Noch im Juni nahm sie an einem Schönheitswettbewerb teil, nun starb sie auf einer Landstraße in den Bergen im Nordwesten Mexikos: María Susana Flores Gámez, 20 Jahre alt und Woman of Sinaloa 2012, wurde am Samstag bei einer Schießerei zwischen der mexikanischen Armee und mutmaßlichen Mitgliedern einer Drogenbande getötet. Außer ihr seien vier weitere Menschen gestorben, teilten die Behörden des Bundesstaats Sinaloa am Montag Ortszeit mit.
Gangster hatten den Behörden zufolge das Feuer auf die Soldaten eröffnet. Mehrere Stunden lieferten sich diese dann eine Verfolgungsjagd mit mehreren Wagen von Verdächtigen, es kam zu einer Schießerei. Bei dem Gefecht in dem Ort Mocorito starben drei Männer und zwei Frauen, darunter Flores Gámez und ein Soldat. Die Armee beschlagnahmte sechs Autos, sieben Sturmgewehre, einen Granatwerfer, zwei Granaten, weitere Waffen und Drogen, wie es hieß.
Die Behörden vermuten, dass Flores Gamez zu den Gangstern gehörte. "Die junge Frau hat sich bei der Gruppe Krimineller befunden", sagte der Staatsanwalt von Sinaloa, Marco Antonio Higuera. Sie sei in einem der Wagen gewesen, die die Armee verfolgt habe. Es sei aber noch nicht klar, ob sie auch geschossen habe. "Dazu ermitteln wir jetzt." Der Nachrichtenagentur AFP zufolge soll neben der Leiche der Frau ein Sturmgewehr vom Typ AK-47 gefunden worden sein. Außerdem sollen an ihrem Körper Schmauchspuren festgestellt worden sein. Dies lege die Vermutung nahe, dass sie eine Waffe benutzt habe.
Verbindungen zwischen Gangstern und Schönheitsköniginnen
Die schlanke Brünette war im Februar in einem Wettbewerb zur schönsten Frau von Sinaloa gekürt worden. Im Juni trat das Model bei der nächsten Stufe des Wettbewerbs zur Wahl der Our Beauty Sinaloa an, ging aber nicht als Siegerin hervor.
Medienberichten zufolge war Flores mit ihrem Freund unterwegs, der ebenfalls getötet worden sein soll. Die bewaffnete Gruppe hatte offenbar Verbindungen zu dem mächtigen Sinaloa-Drogenkartell.
In Mexiko herrscht seit Jahren ein brutaler Drogenkrieg. Seit dem Jahr 2006 starben dabei rund 60.000 Menschen. Schon öfter gab es Verbindungen zwischen Gangstern und Schönheitsköniginnen. 2008 wurde die damalige Trägerin des Titels Our Sinaloa Beauty, Laura Zuniga, zusammen mit sieben Männern festgenommen. Sie stand unter dem Verdacht, gegen Waffen- und Drogengesetze verstoßen zu haben, wurde später aber ohne Strafe aus der Haft entlassen. Ihre Krone musste sie abgeben.
Sogenannte Narcoqueens geraten zunehmend ins Visier der Ermittler. Meist waren sie zunächst die Liebhaberinnen der Bosse und erledigten Hilfsdienste, übernahmen dann aber wichtige Jobs von Männern, die im mexikanischen Drogenkrieg getötet oder verhaftet wurden.
siu/AP/AFP
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