Schorndorf Polizei präzisiert Angaben zu Randale bei Volksfest

Tausend gewaltbereite Menschen auf der Schorndorfer Woche? Die ursprüngliche Polizeimitteilung zur Randale auf dem Volksfest führte zu Irritationen. Nun gibt es neue Zahlen.

Polizei im Schlossgarten in Schorndorf
DPA

Polizei im Schlossgarten in Schorndorf


Die Polizei hat ihre ursprünglichen Angaben zu den Vorfällen auf dem Schorndorfer Volksfest präzisiert. Demnach stand in der Nacht zu Sonntag eine Gruppe von etwa hundert Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Polizei feindselig gegenüber.

Die Gruppe solidarisierte sich demnach mit einem Mann, der nach einer Körperverletzung festgenommen werden sollte und sich massiv dagegen wehrte. Aus dieser Gruppe mit "einem hohen Gewaltpotenzial" habe es "massive Flaschenwürfe" auf die Beamten gegeben. Dies teilte das Polizeipräsidium Aalen in einer "vorläufigen Bilanz zum Schorndorfer Straßenfest" mit.

Darin heißt es weiter, die ursprüngliche Mitteilung vom Sonntag, dass sich etwa tausend junge Menschen versammelt hätten, habe zu der Fehlinterpretation geführt, dass diese gesamte Gruppe an den geschilderten Taten beteiligt gewesen sei.

Insgesamt seien während der Schorndorfer Woche 53 Straftaten zur Anzeige gebracht worden, davon hätten sich 28 Delikte in der Nacht von Samstag auf Sonntag ereignet. Neun Sexualdelikte seien angezeigt worden, bei drei Fällen habe sich der Anfangsverdacht nicht erhärtet. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelten noch in vier Fällen gegen unbekannt sowie in zwei Fällen gegen bekannte Tatverdächtige wegen sexueller Belästigung.

Das Polizeipräsidium Aalen hatte kurz vor dem Versand der vorläufigen Bilanz angekündigt, an diesem Donnerstag über die Ermittlungen Auskunft geben zu wollen. "Nach wie vor kursieren viele falsche Behauptungen und Gerüchte, die als Tatsachen dargestellt werden, und die es uns allen schwer machen, die Ereignisse sachlich aufzuarbeiten", schrieb Oberbürgermeister Matthias Klopfer in einem ausführlichen Facebook-Eintrag.

Im Jahr 2016 waren bei der Schorndorfer Woche insgesamt 28 Straftaten erfasst worden. In den vergangenen Jahren wurden laut Polizei auch keine sexuellen Belästigungen angezeigt. Auch die Gewalt gegen Polizeibeamte habe eine Qualität erreicht, "die zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar war und die es noch nie in Schorndorf gegeben hatte", teilte die Polizei mit.

wit/dpa/AFP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.