Diebstahl in Stuttgart: Schwäbischer Hausmeister klaut 25 Tonnen Büromaterial

Radiergummis, Bleistiftspitzer, Klopapier, Leitern und Reinigungsmaschinen: Ein Hausmeister der Stadt Stuttgart hat über Jahrzehnte in großem Stil Büromaterial und andere Gegenstände geklaut. Der Wert: mehrere hunderttausend Euro.

Diebischer Hausmeister: Klaue, klaue, Häusle fülle Fotos
dapd

Stuttgart - Seine Wohnung sah aus wie ein Lager für Büromaterial und Reinigungsutensilien. Im Wohnzimmer, im Keller, in Speicherräumen und in der Gartenlaube fanden Polizisten Büro-, Reinigungs- und Verbrauchsmaterial, aber auch sperrige Gegenstände wie Leitern, Reinigungsmaschinen, Poller und Aluminiumboxen. Ein 69-jähriger Hausmeister der Stadt Stuttgart soll über Jahrzehnte in großem Stil seinen Arbeitgeber beklaut haben.

Bei Durchsuchungen stellten Beamte annähernd 25 Tonnen mutmaßliches Diebesgut sicher, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Montag mitteilten. "Der Wert der Ware dürfte mehrere hunderttausend Euro betragen", sagte Polizeisprecher Olef Petersen SPIEGEL ONLINE.

Die Beute sei am Mittwoch in der rund hundert Quadratmeter großen Wohnung gefunden und am Freitag abtransportiert worden. "Wir haben das sichergestellte Material mit drei Lastwagen in ein stillgelegtes Polizeigebäude geschleppt", sagte Petersen. Dort seien die Kollegen immer noch damit beschäftigt, das Diebesgut zu katalogisieren. "Das ist gar nicht so einfach. Schließlich sind das Millionen Einzelteile." Dem Mann sei die Polizei aufgrund eines anonymen Tipps auf die Spur gekommen.

Der Mann aus dem Kreis Ludwigsburg war bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2007 als Hausmeister bei der Stadt Stuttgart beschäftigt. 25 Jahre sei er dort beschäftigt gewesen, sagte Stadtsprecher Markus Vogt. Demnach hatte der Hausmeister Zugang zu den unterschiedlichsten Bereichen wie Materiallager und Büros gehabt.

"Vereinzelt und in kleinen Mengen" Dinge mitgenommen

In ersten Aussagen räumte der Mann laut Polizei ein, die Gegenstände im Laufe der Jahre mitgenommen zu haben. Zu seinem Motiv machte er keine Angaben. Offenbar hatte der 69-jährige Stadtangestellte die Gegenstände gehortet und wohl keine Absicht, diese zu verkaufen. "Er hat jedenfalls nichts veräußert", sagte Polizeisprecher Petersen.

Der Vorfall sei bedauerlich, so etwas dürfe nicht passieren, sagte Stadtsprecher Vogt. Vermutlich über den gesamten Zeitraum seiner Beschäftigung habe der Mann "vereinzelt und in kleinen Mengen" Dinge mitgenommen, so dass der Diebstahl nicht aufgefallen sei. Es habe immer mal wieder etwas gefehlt wie eine Fußmatte oder ein Locher, sagte Vogt. Dies habe jedoch niemandem zugeordnet werden können.

Gegen den 69-Jährigen soll kein Haftbefehl erlassen werden, da er über einen festen Wohnsitz verfügt und ein Teil der Taten bereits verjährt ist. Ob er psychologisch begutachtet wird, steht laut Staatsanwaltschaft derzeit noch nicht fest.

Das Material wird jetzt wieder an die Stadt Stuttgart zurückgegeben. Die Transporter seien schon bestellt, sagte der Sprecher. Bei der Kommune war die anonyme Anzeige eingegangen, die letztlich zur Aufklärung führte. "Wir haben sofort Strafanzeige gestellt", sagte Vogt. Auch werde überprüft, wie ein Diebstahl in so großem Umfang passieren konnte.

siu/dpa/dapd

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