Kathedrale in Schweden Kronjuwelen-Klau zur Mittagszeit

Sie kamen am helllichten Tag und verschwanden mit dem Motorboot: In Schweden haben Unbekannte 400 Jahre alte Kronjuwelen gestohlen. Die Polizei hat keine Spur - aber einen Verdacht zum Hintergrund der Tat.

Polisen

Die schwedische Polizei sucht nach Dieben, die Kronjuwelen gestohlen haben. Sie entwendeten laut den Ermittlern zwei Kronen und einen Reichsapfel aus dem Dom zu Strängnäs westlich von Stockholm. Die Juwelen stammen demnach aus dem frühen 17. Jahrhundert.

Die Unbekannten schlugen dem "Aftonbladet" zufolge am Dienstag in der Mittagszeit zu, als die Kathedrale für Besucher geöffnet war. Die Zeitung zitierte einen Zeugen: Er habe zwei Männer gesehen, die zu einem Boot gerannt und davongefahren seien.

Die Polizei fahndet mit einem Großaufgebot nach den Dieben, laut der Lokalzeitung "Eskilstuna Kuriren" setzten die Ermittler auch einen Hubschrauber ein. Ein Polizeisprecher sagte "Aftonbladet", die Juwelen seien in alarmgesicherten Glasvitrinen aufbewahrt worden.

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Schweden: Der Diebstahl von Strängnäs

Eine Repräsentantin der Kirche sprach demnach von einem "enormem kulturellen und ökonomischen Verlust". Die Juwelen gehörten König Karl IX. und seiner zweiten Frau, Christine von Holstein-Gottorp. Die sechs Stücke seien anlässlich der Beerdigung des Königs im Jahr 1611 überreicht worden, drei davon seien gestohlen worden.

Ein Polizeisprecher sagte, der Wert des Diebesguts sei schwer zu beziffern, es handle sich um "einzigartige Objekte". Für die Diebe werde es schwer, ihre Beute zu verkaufen. Eine Theorie der Polizei ist daher laut "Aftonbladet", dass es sich um eine Auftragstat Krimineller handele, die bereits einen Käufer hätten.

jpz/AP



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DerLaunige 01.08.2018
1. Na toll
das heißt das Zeug landet im Zweifelsfall bei einem reichen Sammler und seine Erben werden die Dinger nach seinem Tod wahrscheinlich entsorgen :( Und wieder ist ein Stück vom menschlichen Kulturerbe verloren gegangen.
Augustusrex 01.08.2018
2. Na ja,
Zitat von DerLaunigedas heißt das Zeug landet im Zweifelsfall bei einem reichen Sammler und seine Erben werden die Dinger nach seinem Tod wahrscheinlich entsorgen :( Und wieder ist ein Stück vom menschlichen Kulturerbe verloren gegangen.
mit ein bischen Glück werden die Erben es über einen Anwalt anonym zurückgeben lassen.
abrigal 01.08.2018
3. Goldmuenze
Erinnert eher an die Goldmuenze aus dem Bodemuseum notfalls wird die Vernichtung der Stuecke in Kauf genommen um mit dem Rohmaterial viel Geld zu machen
sabi1324 01.08.2018
4. Das
Zitat von abrigalErinnert eher an die Goldmuenze aus dem Bodemuseum notfalls wird die Vernichtung der Stuecke in Kauf genommen um mit dem Rohmaterial viel Geld zu machen
bringt nicht sowiel wie die Münze, da zählte nur der Materialwert des Goldes. (Um das Dingen so einfach abzutransportieren, musste jemand von Innen mitgeholfen haben.) Die Steine sind eh weltweit bekannt, die nimmt kein Hehler.
KingTut 01.08.2018
5. Erbe der Menschheit
Es ist unbegreiflich, wie sich Menschen an solchen Kulturgütern vergreifen können. Falls das Diebesgut tatsächlich zerstört wird, um es zu Geld zu machen, dann wäre es für uns unwiederbringlich verloren. Ein derart verantwortungsloses Verhalten von Menschen zieht sich leider durch die ganze Menschheitsgeschichte, wenn ich z.B. an die üppigen Grabbeigaben der Pharaonen über drei Jahrtausende denke, die - bis auf eines - für alle Zeiten verloren sind. Ich drücke der schwedischen Polizei die Daumen, dass sie die Diebe ergreifen und die Kulturgüter unbeschädigt zurückbringen können. Ferner ist es wichtig zu ergründen, welche Sicherheitssysteme versagt haben, damit man einen erneuten Diebstahl unterbindet.
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