Kronjuwelen-Diebstahl in Schweden "Sie waren anscheinend allein in dem Raum"

Mitten am Tag verschwanden Hunderte Jahre alte Kronen aus einer schwedischen Kathedrale. Die Polizei hat Hinweise erhalten, Boote durchsucht, Europol eingeschaltet - und steht trotzdem vor einem Rätsel.

Pontus Stenberg/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Zwei Tage nach dem Diebstahl historischer Kronjuwelen in Schweden fehlt von den Tätern und der Beute jede Spur. Die Ermittler gingen Hinweisen nach und durchsuchten Datenbanken, sagte ein Polizeisprecher. Bislang gebe es aber nichts Konkretes.

Mutmaßlich zwei Täter hatten am Dienstagmittag Diebesgut von historischem Wert aus dem Dom zu Strängnäs westlich von Stockholm erbeutet: Es handelt sich um die Krone und den Reichsapfel des 1611 gestorbenen Königs Karl IX. von Schweden sowie die Krone seiner 1625 gestorbenen Frau, Königin Christine von Holstein-Gottorf. Die Insignien waren bei deren Beerdigungen Anfang des 17. Jahrhunderts mitbeigesetzt worden.

Die Herrschaftszeichen gelten als unbezahlbar und sind Teil des nationalen Erbes. Nach Aussage des Dekans der Kathedrale, Christofer Lindgren, wurden die Sicherheitsvorschriften bei der Aufbewahrung befolgt. Die Kronen und der Reichsapfel seien "in Übereinstimmung mit Genehmigungen und Richtlinien von Behörden und Versicherungen" aufbewahrt gewesen.

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Schweden: Der Diebstahl von Strängnäs

Zeugen hatten berichtet, sie hätten die Täter auf zwei Damenfahrrädern von der Kathedrale fliehen sehen. Die vermutlich gestohlenen Räder wurden nach der Tat am Ufer des Mälarsees gefunden. Die Diebe flohen nach Polizeiangaben vermutlich auf einem Jet-Ski oder in einem kleinen Motorboot.

Bereits kurz nach Bekanntwerden des Diebstahls am Mittwoch hatte die Polizei nach eigenen Angaben zahlreiche Hinweise erhalten. Die Ermittler schickten eine Beschreibung der Insignien an die europäische Polizeibehörde Europol, zudem wurden mehrere Boote in Schweden durchsucht. Offenbar gibt es bislang dennoch keine vielversprechende Spur.

Im Video: Der Kronjuwelen-Coup von Strängnäs

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Direkte Zeugen des Diebstahls gibt es keine, wie Dekan Christofer Lindgren sagte. Die Diebe seien "anscheinend alleine in dem Raum gewesen, wo die Insignien aufbewahrt wurden". Einem schwedischen Radiosender sagte er: "Der Alarm wurde ausgelöst, als sie flohen."

mxw/dpa



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