Zu Übungszwecken Bestatter soll Tote weggegeben haben

Die Hinterbliebenen waren nicht informiert: Ein Schweinfurter Bestatter soll Leichen in ein Ausbildungszentrum gebracht haben. Gegen den Mann wird nun wegen Störung der Totenruhe ermittelt.

Berufsausbildungszentrum der Bestatter in Münnerstadt
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Berufsausbildungszentrum der Bestatter in Münnerstadt


In Münnerstadt lernen angehende Bestatter ihr Handwerk - in dem fränkischen Ort ist das Bundesausbildungszentrum für diesen Beruf. Nun gibt es dort einen schwerwiegenden Verdacht: Ein Bestatter aus Schweinfurt soll Verstorbene zu Übungszwecken in das Seminarhaus gebracht haben, ohne das Wissen der Hinterbliebenen.

Die Staatsanwaltschaft in Schweinfurt ermittelt deshalb wegen Störung der Totenruhe gegen den Mann, wie die Leitende Oberstaatsanwältin Ursula Haderlein sagte. Eine entsprechende Anzeige sei zu Jahresbeginn erstattet worden.

Haderlein zufolge gilt es als Störung der Totenruhe, wenn Verstorbene "gegen den oder ohne den Willen der Totensorgeberechtigten" weggebracht werden. Als Totensorgeberechtigte gelten üblicherweise die Angehörigen. Nun müsse geklärt werden, was im Einzelnen passiert sei, was die Angehörigen gewusst hätten und welche Behandlung an den Leichen vorgenommen worden sei.

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In Münnerstadt werde im Regelfall die hygienische Versorgung eines Verstorbenen einmal von Dozenten praktisch vorgeführt, sagte der Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Bestatter, Stephan Neuser. Zu den konkreten Vorwürfen gegen den Schweinfurter Bestatter äußerte sich der Verband nicht.

Bundesweit gibt es den Angaben zufolge derzeit etwa 500 junge Menschen, die sich zur Bestattungsfachkraft ausbilden lassen. Sie alle machen dabei auch Station in Münnerstadt (hier erfahren Sie mehr über das Thema).

ulz/dpa



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