Prozess in der Schweiz Gartenbesitzer droht hungrigen Kühen mit Revolver - und muss Strafe zahlen

Auch wenn hungrige Kühe die eigenen Blumen bedrohen, darf man nicht den Revolver zücken. Das entschied ein Schweizer Gericht, nachdem ein Gartenbesitzer einem gefräßigem Rind mit der Waffe gedroht hatte.

Eine unbeeindruckte Kuh (Archivbild)
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Eine unbeeindruckte Kuh (Archivbild)


Als die hungrigen Rindviecher anrückten, griff ein Gartenbesitzer kurzerhand zur Waffe und drohte den Wiederkäuern. Durfte er aber nicht, urteilte nun das Bundesgericht in Lausanne. Laut dem Urteil ist es nicht erlaubt, mit einem Revolver zu drohen, um Kühe von seinem Grund zu verscheuchen.

Die Rinder waren an jenem Tag im Juni 2014 laut "NZZ" nicht zum ersten Mal im Garten des Mannes zu Besuch. Sie hätten sich schon öfter dort verköstigt. Der Bauer, der die Tiere begleitete, erlebte demnach das Vorgehen des Gartenbesitzers als bedrohend.

Der Gartenbesitzer war zu einer Geldstrafe wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt worden. Gegen die 40 Tagessätze zu je 350 Franken (330 Euro) hatte der Mann Beschwerde eingelegt, die nun abgewiesen wurde. (Urteil 6B_495/2016 vom 16.02.2017).

"Die Kuh verstand die Drohung mit einer Waffe, im Gegensatz etwa zum Einsatz von Lärm, zweifellos nicht", befand das Bundesgericht. Statt mit der Waffe herumzufuchteln, hätte der Gartenbesitzer lieber zusammen mit dem Bauern die 22 Kühe anders im Zaum halten sollen.

cnn/dpa

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