Haftstrafe Schweizer Kassenwart unterschlägt 1,4 Millionen Franken

In der Schweiz muss ein Buchhalter für eineinhalb Jahre ins Gefängnis. Der Mann hat zugegeben, als Kassenwart bei mehreren Vereinen ein Vermögen abgezweigt zu haben.


Wegen Veruntreuung und Urkundenfälschung hat ein Gericht in der Schweiz einen 54-Jährigen zu einer Haftstrafe verurteilt. Das berichtet die Schweizerische Depeschenagentur (sda). 18 Monate muss er nun ins Gefängnis, weitere 18 Monate wurden zur Bewährung ausgesetzt, sagte die zuständige Richterin am Strafgerichtshof des Kantons Schwyz, Sandra Rieder, zu SPIEGEL ONLINE.

Der Buchhalter aus dem Kanton Schwyz hatte zugegeben, als Kassenwart von drei Vereinen insgesamt 1,4 Millionen Franken, rund 1,28 Millionen Euro, veruntreut zu haben.

Der Tatzeitraum erstreckt sich von 2005 bis 2012. Laut Anklage soll er in dieser Spanne 58-mal Geld aus den Kassen genommen haben, das ihm nicht gehörte. Die Geschädigten waren eine Behindertenorganisation, ein Gewerbeverein sowie ein lokaler Ableger des TCS, des größten Mobilitätsclubs der Eidgenossen.

Der Mann sagte vor Gericht, er habe Verluste aus privaten Spekulationen wettmachen wollen. Um nicht aufzufliegen, fälschte er Kontoauszüge. Schließlich zeigte er sich selbst an.

Vom Vorwurf der Geldwäsche wurde er freigesprochen, allerdings muss er 80 Prozent der Prozesskosten zahlen. Somit kommt eine Rechnung von 35.000 Franken, umgerechnet rund 32.000 Euro, auf ihn zu.

Die höchstmögliche Freiheitsstrafe hätte zehn Jahre betragen. Unter anderem wirkte das Geständnis des Angeklagten strafmildernd.

Die Richterin folgte mit ihrer Entscheidung über die Haftstrafe dem Antrag der Staatsanwaltschaft, verzichtete aber auf die ebenfalls geforderte Geldstrafe. Der Anwalt des Angeklagten hatte zwei Jahre auf Bewährung gefordert.

jal



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