Schweiz Polizei gelingt Schlag gegen Kinderporno-Netz

Nach einem Hinweis von Interpol sind die Behörden in der Schweiz einem umfangreichen internationalen Fall von Kinderpornografie auf die Spur gekommen. In das Verfahren sind mehr als 2.000 Pädokriminelle in 78 Ländern involviert, unter anderem in den USA, Polen und Griechenland.


Lausanne - Der Polizei im Schweizer Kanton Waadt ist ein Schlag gegen ein internationales Netz von Pädophilen gelungen. Sie machte 2299 Computer-Adressen in 78 Ländern ausfindig.

Die Ermittlungen führten zu einem Provider im Kanton Waadt, bestätigte die Sprecherin des Bundesamts für Polizei (Fedpol), Eva Zwahlen, einen Bericht der schweizerischen "SonntagsZeitung". Die Spezialisten für Cyberkriminalität arbeiteten während mehrerer Wochen unablässig an dem Fall, wie es hieß.

Interpol hatte die Polizei darauf hingewiesen, dass auf einer Internetseite in ihrer Region Dateien mit kinderpornografischen Inhalten versteckt seien. Tausende Pädophile aus aller Welt hatten Zugang zu den Dokumenten. Die Täter, die aus osteuropäischen Staaten stammen, nutzten eine Sicherheitslücke der Internetseite aus, um ihre Dateien zu plazieren.

Im Mai 2008 sei eine legale Hip-Hop-Internetseite von der Waadtländer Kantonspolizei beobachtet worden, auf der unbekannte Täter in einem Forum illegale Kinderpornofilme derart versteckt hätten, dass die lokalen Betreiber der Seite dies nicht bemerkt hätten. Auf einschlägigen Pädophilen-Foren sei der Zugangscode zum versteckten File jedoch erhältlich gewesen.

Die Polizei musste nach eigenen Angaben schnell handeln. In einigen Ländern bewahren Internet-Provider Angaben von sogenannten IP-Adressen, mit denen man Computer identifizieren kann, nur für einige Wochen oder Monate auf.

pad/AP/dpa



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