Schweiz Therapeut gesteht Missbrauch an mehr als hundert Behinderten

Als Beweismaterial liegen eindeutige Fotos und Videos vor: Ein Sozialtherapeut hat im Kanton Bern den Missbrauch an mehr als hundert Behinderten zugegeben. Die sexuellen Übergriffe ereigneten sich in neun Pflegeheimen in der Schweiz und in Deutschland.


Bern - Die Taten stammen aus den vergangenen 29 Jahren: Ein 54-jähriger Therapeut aus dem Schweizer Kanton Bern hat nach Polizeiangaben in Heimen mehr als 100 Kinder und Pflegebefohlene sexuell missbraucht. Der Mann habe die Taten gestanden und befinde sich in Haft, teilte die Kantonspolizei Bern am Dienstag mit. Bisher seien 122 Opfer identifiziert worden.

Die Ermittlungen waren nach Hinweisen von zwei Bewohnern eines Behindertenheims Ende März 2010 aufgenommen worden. Bei den Opfern handelt es sich laut Polizei überwiegend um geistig und körperlich zum Teil schwerstbehinderte junge Männer und Frauen, aber auch um Kinder. Strafrechtlich verfolgt werden könnten noch 33 Fälle, der Rest sei verjährt.

Der Mann war seit 1982 in neun verschiedenen Heimen als Betreuer angestellt. Bereits 2003 war gegen ihn ermittelt worden. Damals basierte der Verdacht nach Angaben der Polizei auf Aussagen eines geistig schwer behinderten 13-jährigen Mädchens. Die Ermittler nahmen dann aber an, dass sich die Aussagen des Mädchens auf einen anderen Betreuer im selben Heim bezogen, der später zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde.

wit/dapd/Reuters

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