Vierfachmord in der Schweiz Angeklagter filmte Missbrauch mit dem Handy

Kurz vor dem Prozess gegen einen mutmaßlichen Vierfachmörder hat die Staatsanwaltschaft neue Details über den Angeklagten veröffentlicht. Der Fall gilt als eines der schlimmsten Gewaltverbrechen in der Schweiz.

Ein Feuerwehrauto am Tatort
DPA

Ein Feuerwehrauto am Tatort


In der Schweiz beginnt der Prozess gegen einen Mann, der vier Morde begangen haben soll. Der zum Tatzeitpunkt 33-Jährige hat laut Anklage Ende 2015 in seinem Heimatort Rupperswil zwischen Basel und Zürich einen 13-Jährigen missbraucht und ihn dann umgebracht. Er soll außerdem den Bruder des Opfers, dessen Freundin und die Mutter getötet haben.

Der Mann soll sich als Mitarbeiter des schulpsychologischen Dienstes ausgegeben und sich so Zutritt zum Haus der Familie verschafft haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge bedrohte er die Familie, zwang die Frau, Geld von der Bank zu holen - und schnitt dann allen die Kehle durch, ehe er das Haus in Brand steckte und flüchtete. Mit dem Geld habe er seiner eigenen Mutter zum 60. Geburtstag eine Reise nach Paris spendiert.

Der Fall des mutmaßlichen Vierfachmörders gilt als eines der schlimmsten Gewaltverbrechen in der Schweiz. In der Umgebung von Rupperswil ging die Angst um, bis der Verdächtige fünf Monate nach der Tat in einem Café gefasst wurde.

Zu diesem Zeitpunkt hatte er laut Polizeiangaben bereits die nächste Tat geplant. Bei einer Durchsuchung in seinem Haus fanden Ermittler einen gepackten Rucksack mit Utensilien, wie sie bei der Tat verwendet wurden, unter anderem Kabelbinder und Klebeband. "Er ist bereit gewesen, erneut zuzuschlagen", sagte die Staatsanwältin nach der Festnahme im Mai 2016.

Der Mann sei pädophil und habe es auf den Jungen in seiner Nachbarschaft schon länger abgesehen gehabt, hieß es in der Anklageschrift. Er habe den Missbrauch mit dem Handy gefilmt und monatelang immer wieder angeschaut. Der Prozess gegen den laut Polizei geständigen Mann beginnt am Dienstag.

jpz/dpa



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