Zeltlager in Seattle Mindestens zwei Tote bei Schießerei in Obdachlosensiedlung

In einem Obdachlosencamp im US-Bundesstaat Washington sind mindestens zwei Menschen getötet worden, drei weitere wurden verletzt. Die Polizei geht von einem gezielten Tötungsdelikt aus.

Obdachlosen-Zeltlager nahe Seattle: Notstand ausgerufen
REUTERS

Obdachlosen-Zeltlager nahe Seattle: Notstand ausgerufen


"The Jungle" wird das Obdachlosen-Zeltlager im Süden Seattles genannt, in dem zeitweise mehrere Hundert Menschen leben. In der Nacht ist es hier zu einer Schießerei gekommen, bei der ein Mann und eine Frau starben und drei weitere Personen verletzt wurden.

Die Polizei sucht nach zwei flüchtigen Tatverdächtigen. Die Straßen in der Region wurden gesperrt, Seattles Bürgermeister Ed Murray forderte Anwohner auf, das Gelände zu meiden.

Wie der Lokalsender Kiro 7 berichtet, geht die Polizei davon aus, dass "gezielt" auf die Opfer geschossen wurde. Es soll sich um eine Auseinandersetzung unter Bekannten gehandelt haben.

Im vergangenen Herbst hatte Bürgermeister Murray die Siedlung zum Notstandsgebiet erklärt, weil die Zahl der dort lebenden Obdachlosen ständig wuchs. Nach massiven Beschwerden von Anwohnern hatte die örtliche Polizei im April 2012 das Camp geräumt. Doch es siedelten sich immer wieder neue Obdachlose an.

Es ist nicht das erste Mal, dass es im "Jungle" zu einer Schießerei kommt. Wie der Lokalsender Kiro TV berichtet, starb auf dem Gelände im Juni 2009 ein 55-Jähriger durch Schussverletzungen. Nur einen Monat später kam es erneut zu einem Todesfall, die Leiche eines 45-Jährigen wurde mit schweren Verletzungen im Brustbereich aufgefunden. Beide Fälle wurden nie aufgeklärt. Im vergangenen August wurde laut "Seattle Times" eine obdachlose Frau totgeprügelt. Der Täter konnte gefasst und wegen Totschlags angeklagt werden.

ala

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