Papua-Neuguinea: Wütender Mob lyncht und kastriert Sektenführer

Sektenführer Steven Tari alias der "schwarze Jesus" ist tot. Er wurde von einem tobenden Mob hingerichtet, nachdem er ein Mädchen seinem obskuren Kult geopfert hatte und ein zweites töten wollte.

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Corbis

Provinz Madang, Papua-Neuguinea: Tödlicher Angriff auf "schwarzen Jesus"

Madang - Steven Tari war der "schwarze Jesus", der Messias, der Auserwählte. So zumindest sah er das. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Australian Associated Press (AAP) gab der Sektenführer aus Papua-Neuguinea einst zu, mit mehr als 400 Minderjährigen Sex gehabt zu haben. "Es gehört zu meiner Religion und ist nicht falsch", sagte er. Wer von ihm vergewaltigt werde, käme in den Himmel. Er sei berechtigt, Verkehr mit Achtjährigen zu haben.

Jetzt ist Steven Tari selbst zum Opfer geworden.

Der umstrittene Sektenguru ist auf Papua-Neuguinea von einem wütenden Mob gelyncht worden, nachdem er ein Mädchen als Opfergabe getötet hatte. Rund 80 Männer hätten den verurteilten Vergewaltiger in einem abgelegenen Dorf in der Region Madang gejagt, getötet und kastriert, berichteten die britische Zeitung "The Independent" sowie mehrere australische Medien.

Am 21. März war er mit 40 anderen Insassen aus dem Beon Prison Camp in der Provinz Madang ausgebrochen, wo er wegen der Vergewaltigung mehrerer weiblicher Sektenmitglieder eine zehnjährige Haftstrafe absitzen sollte. Seitdem war er auf der Flucht. Zu jener Zeit hatte er Tausende Anhänger, ließ sich von bewaffneten Leibwächtern schützen. In der Sekte soll es zu Kannibalismus gekommen sein, zudem sollen immer wieder junge Frauen als Opfergabe getötet worden sein.

Den Berichten zufolge hatten Tari und einige Gefolgsleute in der vergangenen Woche erneut eine junge Frau ihrem Kult geopfert. Die 15-Jährige wurde mit zahlreichen Stichwunden gefunden, berichteten örtliche Polizeibeamte. Als die Sektenanhänger ein weiteres Mädchen töten wollten, wurden sie von Dorfbewohnern daran gehindert. Diese lynchten und kastrierten Tari.

Die Leiche des Sektenführers wies laut Angaben eines Krankenhausarztes zahlreiche Messerstiche auf. Der Tote sei in eine Wassergrube geworfen worden, aus der ihn die Polizei am Freitag barg.

Im Pazifikstaat Papua-Neuguinea nördlich von Australien gibt es verschiedene Kulte der schwarzen Magie, Hexerei und Kannibalismus. Im vergangenen Jahr nahm die Polizei in Madang Dutzende Menschen fest, denen Kannibalismus vorgeworfen wurde. Sie sollen mindestens sieben Menschen getötet und deren Gehirne gegessen haben.

msc/ala/AFP

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