Serbisches Dorf Amokschütze tötet neun Menschen

In einem ostserbischen Dorf hat ein Mann neun Menschen erschossen und zwei weitere schwer verletzt. Erst nach stundenlanger Hatz konnten Polizeikräfte den mit einem Gewehr bewaffneten Mann aufspüren und festnehmen.


Belgrad - Nikola Radosavljevic und seine Frau arbeiten beide in Österreich. Sie kamen gerade für den Urlaub in ihr Heimatdorf Jabukovac nahe Serbiens Ostgrenze zu Rumänien zurück - da kam es am Freitagnachmittag gegen 17 Uhr zu einem schweren Streit zwischen beiden, berichten Nachbarn. Nachdem Radosavljevic seine Ehefrau zusammengeschlagen habe, sei der 39-jährige Mann mit seinem Jagdgewehr auf die Dorfstraße gelaufen.

TV-Bild des serbischen Fernsehens: Der Amokschütze Nikola Radosavljevic nach seiner Festnahme auf dem Dorffriedhof
DPA

TV-Bild des serbischen Fernsehens: Der Amokschütze Nikola Radosavljevic nach seiner Festnahme auf dem Dorffriedhof

Der Schütze rannte Angaben örtlicher Medien zufolge mehr als eine Stunde lang mit seiner Waffe durch die Straßen und erschoss wahllos alle Passanten, auf die er stieß. Insgesamt neun Menschen seien dabei zu Tode gekommen - vier Frauen und fünf Männer. Laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens kam auch ein 15-jähriger Junge ums Leben. Zwei weitere Personen wurden nach Angaben der Polizei schwer verletzt.

Die Polizei rückte mit einer Antiterroreinheit aus, um den Mann zu verhaften. Der Ort wurde abgeriegelt, der Amokläufer mit Hilfe von Hubschraubern gesucht. Dennoch brauchten die Einsatzkräfte die ganze Nacht, um seiner habhaft zu werden. Erst am frühen Samstagmorgen wurde Radosavljevic auf dem Friedhof der Ortschaft festgenommen.

Nach Angaben der Polizei habe er zunächst versucht, sich selbst zu erschießen - ließ sich dann aber ohne Widerstand festnehmen. Polizeichef Rodoljub Milovic sagte dem Radiosender B92, der Mann sei verletzt.

Dem serbischen Innenminister Dragan Jocic zufolge ist das Tatmotiv völlig unklar. Jocic sagte, es handele sich um eine Tragödie unvergleichbaren Ausmaßes. Die Tat des Amokschützen sei das schlimmste Massaker in Serbien seit Ende des Krieges.

mak/Reuters/AP/dpa/afp



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