Serienmord in Altenheim Pfleger gesteht Vergiftung von Patienten

Sie mussten Putzmittel trinken, bekamen eine Überdosis Insulin oder einen tödlichen Medikamenten-Cocktail verabreicht: In einem spanischen Altenheim wurden mindestens elf Heimbewohner umgebracht. Ein Pfleger gestand nun die Morde.


Gerona - Der Fall ist einer der schlimmsten Serienmorde in der spanischen Kriminalgeschichte: In einem Altenheim in der Kleinstadt Olot im Nordosten des Landes hatten sich Todesfälle gehäuft, insgesamt zwölf Menschen starben - besonders in den Dienstzeiten eines 45-jährigen Pflegers. Die Polizei ermittelte und nahm den Mann vor einem Monat fest.

Am Dienstag sagte der 45-Jährige bei einer Vernehmung aus, er wisse nicht, weshalb er die alten Menschen getötet habe. Er bestätigte nach Angaben seines Anwalts allerdings auch eine frühere Aussage, wonach er die Heimbewohner "aus Mitleid" vergiftet habe und die Opfer "von ihren Leiden befreien" wollte.

Der Pfleger hatte nach eigenen Angaben drei seiner Opfer gezwungen, ein Putzmittel zu trinken. Zwei habe er mit einer Überdosis Insulin getötet und die übrigen mit einer tödlichen Medikamenten-Mischung. Er gab auch zu, einen zwölften Heimbewohner vergiftet zu haben. In diesem Fall sei jedoch unklar, ob der Betreffende an dem Gift oder durch eine natürliche Ursache starb, erklärten die Ermittler.

Nach seiner Festnahme hatte der Mann zunächst lediglich den Mord an drei alten Menschen gestanden. Der Ermittlungsrichter ordnete die Exhumierung von acht weiteren Toten an, um prüfen zu lassen, ob die früheren Heimbewohner ebenfalls vergiftet worden waren. Daraufhin bat der Pfleger darum, erneut aussagen zu dürfen, und gestand die weiteren Morde.

siu/dpa



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