Sexueller Missbrauch Staatsanwältin fordert sechseinhalb Jahre Haft für Pfarrer

Ein katholischer Pfarrer aus Salzgitter soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft sechseinhalb Jahre in Haft. Der Mann hat zugegeben, drei Jungen Hunderte Male missbraucht zu haben. Nach Empfinden der Anklage zeigte der Mann keine ehrliche Reue.


Braunschweig - Wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern soll ein katholischer Pfarrer aus Salzgitter nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Der Angeklagte habe seine Position als Pfarrer und das Vertrauen der missbrauchten Kinder und ihrer Eltern schamlos ausgenutzt, sagte die Staatsanwältin am Donnerstag in dem Prozess vor dem Landgericht Braunschweig.

Der Mann hatte die ihm vorgeworfenen 280 Missbrauchstaten an drei Jungen eingeräumt, aber erst am dritten Verhandlungstag Worte der Reue geäußert. Er bat die Mütter der Opfer um Vergebung. Die Staatsanwältin bezeichnete dies als "unglaublich späten Zeitpunkt" und sagte: "Angekommen ist bei mir nichts von ehrlicher Reue." Während der Verhandlung habe der Pfarrer seine Übergriffe stets zu beschönigen versucht.

Der 46-Jährige hatte gestanden, sich in den Jahren 2004 bis 2011 an insgesamt drei Jungen mehrfach vergangen zu haben. Betroffen sind zwei Brüder aus Salzgitter und ein Junge aus Braunschweig, die zum Zeitpunkt der Taten neun bis 15 Jahre alt waren. Die Kinder und ihre Eltern hatten der Pfarrer beim Kommunionsunterricht kennengelernt.

nga/dapd



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