Streit um Sexvideo Gericht spricht Hulk Hogan weitere 25 Millionen zu

Er hatte 110 Millionen verlangt, 115 sprachen ihm die Richter zu - und nun soll Hulk Hogan sogar 140 Millionen Dollar Schadensersatz bekommen. In dem Fall geht es um ein Sexvideo des Ex-Wrestlers.

Hulk Hogan
AFP

Hulk Hogan


Eine Jury in Florida hat dem Ex-Profi-Wrestler Hulk Hogan in einer zweiten Entscheidung ein zusätzliches Schmerzensgeld in Höhe von 25 Millionen Dollar zugesprochen. Erst vergangenen Freitag hatte dasselbe Gremium im Prozess um die Veröffentlichung eines Sexvideos die Entschädigungssumme auf 115 Millionen Dollar festgelegt.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Das Medienunternehmen Gawker Media, das Anfang Oktober 2012 einen rund anderthalbminütigen Ausschnitt eines offenbar heimlich gefilmten, rund 30-minütigen Sexvideos des Wrestlers veröffentlicht hatte, will in Berufung gehen.

Hogan hatte vor der zweiten Entscheidung der Geschworenen von Gawker Media einen höheren Schadensersatz gefordert. Eine höhere Summe sei eine bessere Abschreckungsmaßnahme für Nachahmungstäter, verkündete sein Anwalt Kenneth Turkel. Hogan hatte bei Beginn der Gerichtsverhandlung Anfang März noch 100 Millionen Dollar verlangt.

Fotostrecke

18  Bilder
Hulk Hogan: "Komplett gedemütigt"
Die Geschworenen, so Turkel, hätten nun die Chance, mit einer höheren Summe ein Zeichen zu setzen. Die Antwort des Unternehmens ließ nicht lange auf sich warten: Gawker-Media-Anwalt Michael Berry lehnte eine höhere Schadensersatzsumme ab. Schon der bisher festgelegte Betrag würde das Unternehmen stark schwächen. Allein zehn Millionen Dollar soll Gawker-Media-Gründer Nick Denton bezahlen, so die Jury. Das Gremium entschied überdies, dass A.J. Daulerio, der das Video auf die Website stellte, 100.000 Dollar Schadensersatz bezahlen muss.

Gawker Media hatte 2015 einen Umsatz von 48,7 Millionen Dollar erwirtschaftet. Der Wert des Unternehmen beläuft sich nach Juryangaben auf 83 Millionen Dollar.

Im Oktober 2012 wurde das Sexvideo veröffentlicht

In dem Zivilprozess appellierten Hogans Anwälte an die Jury, die Persönlichkeitsrechte ihres Mandaten gegen das öffentliche Interesse an Berichterstattung abzuwägen. Den Betreibern der Klatschseite sei es bei der Veröffentlichung des intimen Ausschnitts nur um Macht und Werbung gegangen - sie hätten Hogan, der mit bürgerlichem Namen Terry Bolea heißt, schaden wollen. Durch die Veröffentlichung habe er sich "komplett gedemütigt" gefühlt, sagte Hogan im Prozess.

Gawker habe sich nicht an journalistische Standards gehalten, bevor das Video veröffentlicht wurde, argumentierten die Anwälte. Zudem sei die Aufnahme nicht nachrichtenwürdig. Die Betreiber der Website hätten auch nicht den Mann kontaktiert, der das Video aufgenommen haben soll. Dabei habe es sich um den Radio-DJ Bubba the Love Sponge gehandelt, Hogans damaligen besten Freund und damaligen Ehemann der Sex-Partnerin in dem Video. Der einvernehmliche Sex soll mit Zustimmung des DJs stattgefunden haben.

msc/AP/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.