Tod nach Brust-OP "Sexy Cora"-Witwer klagt auf Schadensersatz

Als "Sexy Cora" war Carolin Wosnitza sehr erfolgreich. Durch ihren Tod nach einer Brustvergrößerung hat ihr Witwer viel Geld verloren. Deshalb verklagt er nun die Schönheitsklinik - und könnte recht bekommen.

"Sexy Cora-Witwer Tim Wosnitza im Hamburger Landgericht
DPA

"Sexy Cora-Witwer Tim Wosnitza im Hamburger Landgericht


Tim Wosnitza, der Witwer von "Sexy Cora", fordert Schadensersatz von der Privatklinik, in der sich seine Frau Carolin Wosnitza im Januar 2011 zum fünften Mal die Brüste vergrößern lassen wollte. Sauerstoffmangel während der OP führte zum Herzstillstand der damals 23-Jährigen. Sie erlitt schwerste Hirnschäden und starb wenige Tage später.

Das Ehepaar Wosnitza verdiente viel Geld damit, dass Männer sich zum Sex mit "Sexy Cora" verabreden durften. Ihr Ehemann filmte alles und vermarktete die Videos. Damit schaffte sie es sogar als Kandidatin ins "Big Brother"-Haus.

Seit dem Tod müsse Tim Wosnitza 80 Stunden pro Woche im Marketing arbeiten, um das Geld zu verdienen, das er früher in zehn Stunden zusammenbekam. Deshalb verklagt er die Schönheitsklinik, laut Gerichtspressestelle auf insgesamt eine knappe Million Euro. Wosnitza fordert die Erstattung der Behandlungskosten nach der Schönheitsoperation, die Zahlung eines Schmerzensgeldes und vor allem Unterhaltsleistungen, die ihm seine Ehefrau gezahlt hätte, würde sie noch leben.

Dass Wosnitza eine Entschädigung bekommen wird, scheint klar zu sein. "Die hier involvierten Versicherungsgesellschaften werden einen berechtigten Schadensausgleich vornehmen und Herrn Wosnitza so weit das möglich ist, finanziell über den Verlust seiner verstorbenen Ehefrau hinweghelfen", erklärte der Geschäftsführer der Klinik, Peter Henscheid, schon vor Beginn der Verhandlung. Allerdings liege der bislang nachvollziehbare Schaden im hohen fünfstelligen Bereich.

Der Gutachter attestiert schwere Fehler während der Operation

Bei der Anhörung eines Gutachters kam die Hamburger Privatklinik nicht gut weg. Zum Tod Carolin Wosnitzas habe der Sauerstoffmangel während der Operation geführt, sagte der Hildesheimer Anästhesie-Experte Prof. Georg von Knobelsdorff. "Es ist überhaupt keine andere Ursache denkbar."

Bereits 2013 verurteilte das Landgericht die an der Operation beteiligte Narkoseärztin wegen fahrlässiger Tötung zu 14 Monaten Haft auf Bewährung. Sie hatte an einem Gerät den Alarm ausgeschaltet, der vor einer mangelnden Sauerstoffversorgung warnt. Der Gutachter bestätigte die schweren Fehler.

Zudem bemängelte er die fehlende Dokumentation der medizinischen Maßnahmen während der Operation. "Im Grunde hat so gut wie alles gefehlt." Auch durch das vorgeschriebene Protokollieren hätten die Pannen vermieden werden können. "Wenn man etwas aufschreibt, merkt man, wenn etwas fehlt", erklärte von Knobelsdorff.

Die Fehler der Narkoseärztin hätten auch dem Operateur auffallen müssen. Der Arzt bekannte aber in der Verhandlung: "Mitbekommen habe ich es leider nicht." Er habe operiert, bis er von dem Herzstillstand erfuhr. Eine Anästhesie-Schwester, die die Narkoseärztin hätte unterstützen können, gab es nicht. Das ist laut Knobelsdorff ein Verstoß gegen personelle Mindeststandards.

Bis zum 1. April haben beide Parteien Zeit, sich zu einigen. Falls das nicht passiert, soll am 27. Mai eine Entscheidung verkündet werden.

lba/dpa

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