Prozess nach tödlicher Attacke Witwer fordert Hundeführerschein 

Eine Frau wurde in Baden-Württemberg von einem Kangal totgebissen. Der Witwer forderte nun strengere Regeln für Hundebesitzer.

Die Angeklagten im Gerichtssaal in Sigmaringen
DPA

Die Angeklagten im Gerichtssaal in Sigmaringen


Im baden-württembergischen Stetten starb eine 72-Jährige im vergangenen Jahr nach einem Angriff eines Hundes der Rasse Kangal. Am ersten Tag des Prozesses gegen die Halter hat sich nun der Witwer zu Wort gemeldet.

In einer Verhandlungspause sprach er sich für einen Hundeführerschein aus. "Der Tod meiner Frau war sinnlos und grausam", sagte er. Er verstehe nicht, warum die Haltung von Hunden nicht besser geregelt sei. "Sonst gibt es für alles Vorschriften."

Der Verband für das Deutsche Hundewesen lehnt einen verbindlichen Führerschein dagegen ab. "Wir wollen Halter, die sachkundig sind. Das sollte auf freiwilliger Basis gefördert werden", sagt die Abteilungsleiterin für gesetzliche Vorgaben, Birgit Büttner.

Hunde bestimmter Rassen werden in manchen Bundesländern auf sogenannten Rasselisten geführt. Je nach Bundesland müssen Halter von Listenhunden ihre Sachkunde in der Regel nachweisen. In Baden-Württemberg steht der Kangal nicht auf dieser Liste.

Die Staatsanwaltschaft wirft den angeklagten Besitzern fahrlässige Tötung vor. Das Amtsgericht muss nun bewerten, ob die Besitzer ihren Hund artgerecht hielten. Nach Ansicht des Staatsanwalts war das nicht der Fall. Ermittler berichteten vor Gericht von einem verwahrlosten Haushalt, in dem das Tier gehalten worden sei.

Die Angeklagten ließen ihre Anwälte immer wieder betonen, dass sie nicht davon ausgegangen seien, dass die Hunde zu so einer Attacke fähig seien. Zudem entschuldigten sie sich bei den Hinterbliebenen.

eaz/dpa



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