Silvester in Hamburg Jugendliche treten Streitschlichter auf S-Bahnhof nieder

Er wollte helfen und wurde selber zum Opfer: In Hamburg ist in der Silvesternacht ein 42-Jähriger von Jugendlichen bewusstlos getreten worden, nachdem er offenbar einen älteren Mann schützen wollte. Die Täter schubsten den Mann aus der S-Bahn, malträtierten ihn und flüchteten.

S-Bahn in Hamburg (Symbolbild): Opfer im Krankenhaus, Täter flüchtig
dpa

S-Bahn in Hamburg (Symbolbild): Opfer im Krankenhaus, Täter flüchtig


Hamburg - An der S-Bahn-Station Veddel im Süden von Hamburg haben drei oder vier Jugendliche einen Mann aus der S-Bahn gestoßen. Anschließend traten sie auf den am Boden liegenden Mann ein und verletzten ihn an Kopf und Unterleib. Angeblich hatte er beobachtet, wie die Jugendlichen einen älteren Mann angriffen. Als der 42-Jährige schlichtend eingreifen wollte, sollen die jungen Männer auf ihn losgegangen sein.

"Was genau sich zugetragen hat, wissen wir aber noch nicht", sagte ein Polizeisprecher. "Wir müssen warten, bis wir mit dem 42-Jährigen sprechen können." Als die Polizei in der Nacht an der S-Bahnstation Veddel eingetroffen war, lag der Mann bewusstlos auf dem Bahnsteig, wie ein Sprecher berichtete. Er wurde mit einem Schädel-Hirn-Trauma in ein Krankenhaus gebracht. In Lebensgefahr habe er sich nicht befunden.

Von den vermeintlichen Tätern und dem älteren Mann, der angegriffen worden sein soll, fehlte zunächst jede Spur. Und die Zeugen, die noch in der Nacht befragt worden seien, hätten "schon mächtig Silvester gefeiert". Die Polizei sicherte Videobänder aus Überwachungskameras. Mit Ergebnissen sei nicht vor Montag zu rechnen.

ore/AFP/dpa



insgesamt 412 Beiträge
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weltbetrachter 01.01.2011
1. Zivilcourage
Wieder hat jemand einem schwächeren geholfen. Und das Ergebnis: Krankenhaus !!! Hoffentlich kommt nicht die Krankenkasse und verlangt noch einen Kostenbeitrag für die Behandlung nach dem Motto: Selbst Schuld - Sie hätten sich ja nicht einmischen müssen. Derartige Vorfälle haben aber immer einen bitteren Beigeschmack. Nichteingreifen ist aber auch keine Lösung. Wenn die Jugendlichen ermittelt worden sind, gehören die anständig bestraft. Nicht das die wegen "angeblicher schwerer Kindheit" mit einer Verwarnung davonkommen.
senfdazu 01.01.2011
2. geht das schon wieder los?.....
....Bei allen Ursachen und Gründen für Konflikte ist es absolut ein no-go auf am Boden Liegende einzutreten !!! - Hier sieht man leider, dass die Gesellschaft in unserem Wohlfahrts und Wohlstandstaat anfängt zu degenerieren! So etwas darf die Gesellschaft nicht hinnehmen ohne sich schnell und effektiv zu wehren bzw. die Schuldigen hart und schnell zu bestrafen ! Jeder ist für seine Taten selbst verantwortlich ! - Schluß mit Wischiwaschi-ach-hat-es-der-aber-schwer-gehabt-Pädagogikscheiß !!!
Lobbykratie 01.01.2011
3. Dann ist ja alles gut...
Zitat von sysopEr wollte helfen und wurde selber zum Opfer: In Hamburg ist in der Silvesternacht ein 43-Jähriger von Jugendlichen bewusstlos getreten worden,*nachdem er offenbar einem älteren Mann schützen wollte. Die Täter schubsten*den Mann*aus der S-Bahn, traten ihn zusammen und flüchteten. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,737344,00.html
Na, da bekommen die Kids nach der Gerichtsverhandlung in drei Jahren bestimmt fünf Sozialstunden aufgebrummt. Gut das die wenigstens keine Steuern hinterzogen haben. Da käme die Polizei dann sofort mit dem Sondereinsatzkommando und Maschinenpistolen.
derlabbecker 01.01.2011
4. Es wird ja auch keiner mehr...
... durch die Strafen abgeschreckt. Mal zur Erinnerung: die Jugendlichen, die in Kamp-Lintfort einen Obdachlosen totgeprügelt haben, sind vor 2 Wochen zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden, weil nicht nachweisbar war wessen Tritte die tödlichen waren. Was haben diese Kerle hier im Vegleich zu erwarten, eine halbe Sozialstunde? Dafür sitzen Leute, die ein paar hundertausend Steuern hinterzogen haben, und nicht Zumwinkel oder Becker heissen, jahrelang im Knast.....
waldersee 01.01.2011
5. Kampfsportvereine
Hallo, ich denke eine gute Lösung sind Kampfsportvereine. Geist und Körper wieder in Einklang bringen um in Situationen wie o.g. den Überblick zu behalten. Denn wenn ich in solche Situation komme dann möchte ich nicht Wissen was ich machen soll, sondern Können was ich tun werde ! Alles andere ist nicht kalkulierbar und kann für den Helfenden zu einer, wie oben geschehen, lebensbedrohlichen Situation werden. Damit möchte ich nicht sagen das ein Kampfsportler nicht darein geraten kann, aber ich denke er könnte im allgemeinen die Situation besser einschätzen und sich auch selbst besser schützen. Aus eigener Erfahrung heraus kann ich sagen, daß Situation häufig nicht eskalieren wenn ich z.b. auftauche und die Ruhe und Sicherheit eines Kampfsportlers ausstrahle. Auch wenn die Anwesenden mich nicht kennen. Kann nicht an meiner Statur liegen da ich klein und normal gebaut bin. Also wer bei solchen Situation eingreift sollte sich immer zuerst selber schützen, egal wie. Dennoch, Hut ab vor allen die Helfen. Danke dafür. Waldersee
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